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Was wird aus Trixi?

"Heute hast du aber lange gebraucht", Mama fing mich schon an der Tür ab. "Ist was passiert?" Eigentlich wollte ich meine dreckige Hose gleich in der Wäsche verschwinden lassen, aber jetzt hatte mich Mama schon erwischt. "Was ist denn mit dir passiert?" Papa musterte mich von oben bis unten. "Ich hoffe du hast nicht versucht dieses Wildpferd zu reiten", Mama schaute mich kritisch an. "Trixi ist kein Wildpferd", widersprach ich heftig. "Mir ist ja auch nicht viel passiert." "Nicht viel?" Mama war jetzt voll in Fahrt. "An deiner Hose kann man ja ablesen was passiert ist. Wir bekommen dich ja auch fast nicht mehr zu sehen. Den ganzen Tag verbringst du bei diesem Pferd. Aber damit ist nun Schluss, den Rest der Woche verbringst du mit uns."

Damit war für Mama das Thema offensichtlich erledigt. "Aber nein, es war doch meine Schuld", widersprach ich den Tränen nahe. "Morgen werde ich vorsichtiger sein, ich verspreche es!" "Daraus wird wohl nichts", erklärte Mama bestimmt. "Wir wollten morgen zum Drei-Länder-Eck wandern, das wird bestimmt ein schöner Tag ..." Doch ich konnte nicht mehr zuhören, polternd rannte ich in das Zimmer welches ich mir mit Celina teilte. Den nächsten Tag über sprach ich mit Mama und Papa fast kein Wort, auch das Spielen mit Celina machte mir überhaupt keinen Spaß, obwohl ich mich ansonsten gut mit meiner Schwester verstand. Nach dem Frühstück brachen wir zur Wanderung auf, ich machte gute Miene zum bösen Spiel und versuchte nicht den ganzen Tag mit düsterer Miene umherzulaufen. Ich dachte an die schönen Ausflüge mit Trixi und Harry. Auf dem Rückweg gingen wir am Bach entlang, diesen Weg hatte ich mit Harry auch immer genommen. Unbewusst hielt ich nach den beiden Ausschau.

Wildes Pony?
Wildes Pony?

Den Rest des Tages las ich ihn meinem Pferdebuch und träumte von einem eigenen Pferd. Am Freitag besserte sich meine Stimmung. Tante Claudia, die bei uns zu Hause nach dem Rechten sah, rief an um einen Zwischenbericht abzuliefern. "Katha, gestern ist eine Karte für dich angekommen, von Nicole", berichtete sie mir. "Oh, bitte lies sie mir vor", bat ich. "Ich brauche dringend eine Aufmunterung." Tante Claudia begann zu lesen: "Hy Katha, gerade ist Papa aus dem Parcours geritten. Er hatte Null Fehler! Jetzt ist er im Stechen um den Großen Preis von Hamburg. Ich bin immer noch ganz zittrig und vom Daumen drücken tun mir die Finger weh. Ich sag dir: Hier stehen Hindernisse in der Bahn, riesig wie Wolkenkratzer. Die Atmosphäre hier ist super, all die berühmten Reiter und ihre tollen Springpferde. Ich hab viele Fotos gemacht (u. a. von Lars Nieberg und Ludger Beerbaum), die musst du dir nach den Ferien unbedingt anschauen. Ob Papa das Stechen gewonnen hat erzähl ich dir, wenn wir uns nach den Ferien wiedersehen! Mit vielen Grüßen von den Pferden und mir. Deine Nicole.

Hat dich das aufgemuntert?" fragte mich Tante Claudia. "Mir geht's viel besser, danke." Ich umarmte meine Tante in Gedanken. Aus diesem kurzen Bericht von Nicole ging so viel Spannung hervor. Ich sah den Springparcours richtig vor mir und wie Herr Martins auf Dandy die Hindernisse der Klasse S ohne Fehler überwand und wie die Zuschauer auf den Tribünen jubelten. Ich sah die Fähnchen auf den weißen Verkaufsständen wehen, roch den Geruch nach Gras und Pferden. Bei all diesen Gedanken an Nicole und die Pferde bekam ich große Sehnsucht nach Jago und meinen Reiterfreunden. Ach wären die Ferien doch schon vorbei und ich würde lachend und scherzend mit Simon, Rachel und Nicole die Pferde putzen um einen Ritt in den Wald zu unternehmen. Wie sollte ich es noch gute zwei Wochen ohne Pferde aushalten? Ich verabschiedete mich von Tante Claudia und sie wünschte mir noch einen schönen Urlaub.

Den würde ich auch haben nahm ich mir vor. Ich legte den Hörer auf die Gabel und ging in die Küche in der Celina und meine Eltern "Mensch ärgere dich nicht" spielten. Draußen wurde es schon langsam dunkel und in der kleinen Küche war es gemütlich. Ich schaute meiner Familie eine Weile beim Spielen zu. "Tante Claudia hat mir gerade die Postkarte vorgelesen die Nicole mir geschickt hat", berichtete ich ihnen. "Sie schrieb mir von dem großen Tunier an dem ihr Vater teilgenommen hat. Ich halte es nun nicht mehr länger ohne Pferde aus. Morgen werde ich zu Trixi gehen." Mama sah mich ernsthaft an. "Auch wenn du mir jetzt wiedersprichst", setzte ich an. "Nein Katha, ich verstehe, dass dir die Pferde viel bedeuten", unterbrach Mama mich. "Aber bitte verstehe auch Papa und mich. Wir machen uns Sorgen um dich." Versöhnlich nahm ich Mamas Hand. "Ja das verstehe ich auch, aber wir reisen ja am Sonntag ab. Ich werde auch nicht mehr reiten, ich möchte mich nur von Trixi verabschieden das sich mich nicht in schlechter Erinnerung behält." Ich merkte, dass ich heute mit Mama besser reden konnte und sie mich verstand. "Also gut", stimmte sie zu. "Dann verabschiede dich morgen von deiner Trixi."

Am Samstagmorgen hatte ich es sehr eilig mit dem Frühstück und verschluckte mich nicht nur einmal an meinem heißen Tee. Mama und Papa grinsten sich nur vielsagend an. Ich nahm zwei Trockene Brötchen aus der Küche mit, die sich in der pferdearmen Zeit angesammelt hatten, griff in die Zuckerschale und war auch schon aus dem Haus. Im Affenzahn fuhr ich durchs Dorf und bog in die Straße ein in der Harrys Familie wohnte. Trixi stand allein auf der Kuhweide und hob erstaunt den Kopf als ich in den Hof fuhr. Harry kam aus der Haustür. Alles war wie in den letzten Wochen auch, schade nur das wir mit Trixi nicht mehr erreicht hatten. Ich nahm mir fest vor mit einem schwierigen Pferd nicht mehr so ungeduldig zu sein. Vielleicht würde Harry ja weiter mit ihr arbeiten ihm hatte das Spazieren gehen und Putzen mit mir ja auch gefallen und ihm einen neuen Weg gezeigt wie er sich mit Trixi beschäftigen konnte.

Harry strahlte mich mit seinen blauen Augen an als er zu mir an den Zaun trat. "Schön das du wieder da bist", er schien sich echt zu freuen. "Ich dachte schon du wärst abgereist ohne dich von mir zu verabschieden." Ohne eine Antwort abzuwarten redete er fröhlich weiter. "Wegen dir habe ich am Mittwoch einen weiteren Abwurf kassiert." Ich starrte ihn an. "Hast du Trixi denn geritten?" fragte ich erstaunt. "Mein Vater hat dich am Montag reiten sehen und natürlich auch wie du abgeworfen wurdest", berichtete er mir. "Abends hat er mir dann eröffnet ich müsse Trixi in Zukunft reiten oder sie wird verkauft, sie hat ihm schon genug Ärger bereitet und einen nutzlosen Fresser will er nicht weiter im Stall haben."

Ich war sprachlos. Harry erzählte unbekümmert weiter. "Dienstags hatte er zum Glück keine Zeit mir beim reiten zuzusehen. Am Mittwoch kam er jedoch mit einem neuen Sattelgurt und meinte nun wolle er sehen wie ich mit Trixi zurechtkomme. Das ging natürlich schief wie du dir vorstellen kannst. Schon beim Satteln war sie nervös und ich kam auch nur in den Sattel weil Vater mich hochhob. Aber ich war fast schneller wieder unten als du." Ich sah die ängstliche und nervöse Trixi bildhaft vor mir. "Du sagst ja gar nichts", bemerkte Harry. "Ach ...", seufzte ich nur. "Irgendwie ist es auch meine Schuld." "Ach Quatsch", lenkte Harry ab. "Ohne dich wäre es bestimmt auch so weit gekommen." Harry legte mir die Hand auf die Schulter, aber ich war total niedergeschlagen. Ich stieg zu Trixi in die Koppel und lockte sie leise. Doch Trixi hatte in letzter Zeit nicht viel Positives mit den Menschen erlebt und hielt lieber Abstand.

Ich setze mich ins Gras. Nach einer Zeit setzte sich Harry neben mich. Schweigend rupften wir einen Grashalm nach dem anderen aus. Die Vögel zwitscherten fröhlich, aber mir kam der Tag so traurig vor, wie selbst die Tage ohne Trixi nicht."Wie lange seit ihr noch in der Pension?" Versuchte Harry mich auf andere Gedanken zu bringen. "Wir reisen morgen ab", murmelte ich. "Ich wollte mich nur noch von Trixi verabschieden." "Und was ist mit mir?" fragte Harry leicht im Spaß doch in seinen Augen blitzte es ernst. "Ja, entschuldige. Von dir natürlich auch." Ich lächelte ihn an. Er lächelte zurück und wir schauten unsicher zu Boden. Trixi war langsam näher zu uns gewandert. Grasend kam sie jetzt fast bis zu meinen ausgestreckten Beinen. Ich warf ihr ein Zuckerstückchen zu. Danach traute sie sich sogar das trockene Brötchen aus meiner Hand zu nehmen. Behutsam griff ich nach ihrem Halfter. "Darf ich sie noch einmal putzen?" fragte ich Harry. "Ja klar. Ich mach dir das Tor auf." Harry brachte mir aus dem Stall ihren Strick und das Putzzeug.

Schnell kehrte die Vertrautheit zwischen Trixi, Harry und mir wieder ein. Nun konnte ich ihn auch fragen was mit Trixi geschehen sollte. "Habt ihr denn schon einen Käufer für Trixi? Ihr wollt sie doch nicht wieder an den Händler zurückgeben?" Ich schaute Harry über Trixis Rücken an. "Nein, nächste Woche kommt ein Großcousin meines Vaters um sie anzuschauen." Harry strich mit der Kardätsche über Trixis Kruppe. "Seine Nichte bekommt zum Geburtstag ein Pferd, er ist überzeugt, dass er Trixi wieder hin bekommt. Er hat früher mit Pferden gehandelt." Das waren ja nicht gerade optimale Vorraussetzungen. Aber wahrscheinlich war es besser als sie dem Pferdehändler wieder zurückzugeben. "Dann wollen wir mal hoffen, dass er unseren hoffnungslosen Fall wieder hinbekommt", meinte ich schließlich. "Es wäre schön wenn du mir berichtest wie es mit Trixi weitergeht." Ich schrieb Harry mit einem eilig hervorgekramten Kugelschreiber meine Telefonnummer auf den Arm. "Das werd ich gern machen", Harry strahlte mich an.

Bald glänzte Trixi in der Mittagssonne, so sehr hatten wir uns Mühe gegeben sie sauber zu bekommen. Harry hatte sich heute mächtig ins Zeug gelegt. Normalerweise hatte er sich mit dem Putzen nicht so lange aufgehalten. Aber vielleicht, schoss es mir später durch den Kopf, wollte er mich noch ein bisschen aufhalten. Auch Trixi war heute erstaunlich ruhig. Es war als ob sie spürte, dass heute etwas anders war als sonst. Schließlich wurde es aber doch Zeit für mich, mich zu verabschieden. Ich musste heute noch meine Koffer einpacken. "Sollen wir Trixi wieder auf die Koppel lassen?" fragte ich. "Meinst du, du kannst sie heute Abend wieder fangen?" Harry winkte ab. "Ich krieg sie schon. In den letzten Wochen hab ich mich doch ziemlich mit ihr angefreundet." Wir ließen Trixi wieder in die umzäunte Koppel und sie machte sich sogleich zufrieden über das Gras her. Etwas niedergeschlagen gingen wir von der Koppel in Richtung Wohnhaus wo mein Fahrrad an der Wand lehnte.

Als ich mich verabschieden wollte, merkte ich, dass Harry noch etwas auf dem Herzen hatte. "Ähm...", er hatte die Hände in den Taschen stecken und schaute schüchtern auf den Boden. Erwartungsvoll schaute ich ihn an. "Ich hab noch was für dich", meinte er. Er zog etwas aus seiner Tasche. Ein blaugelbes Freundschaftsband legte er vorsichtig in meine ausgestreckte Hand. "Danke, das ist wirklich sehr nett von dir." Ich lächelte ihn an. Schnell trat er einen Schritt vor und küsste mich auf die Wange. "Ich ruf dich an", rief er mir nach als er eilig Richtung Haus ging. Nachdenklich fuhr ich nach Hause. Das ich Harry so viel bedeutete, war mir gar nicht bewusst gewesen. Ich war ja eigentlich nur wegen Trixi zu ihm gekommen. Ich musste zugeben die Zeit mit ihm war schön gewesen und er war echt nett, aber so richtig verliebt war ich in ihn nicht gewesen. Dann dachte ich an Trixi. Würde sie ein schönes Leben dort haben wo sie nun hinkam? Würde der Großcousin von Harrys Vater sie überhaupt haben wollen? Und würde er mit ihr zurechtkommen oder würde Trixi wieder weiterverkauft werden? So viele Gedanken schwirrten mir im Kopf herum als ich versuchte meine Sachen alle wieder einigermaßen ordentlich in meinen Koffer zu packen.

Meine Eltern verstanden meine Enttäuschung über Trixis Verkauf. Sie munterten mich jedoch damit auf, dass Harry ja meine Nummer hatte und sich bestimmt bei mir melden würde. Wir hätten uns ja so gut verstanden. Wenn sie wüssten wie gut. Mir war nur eines klar: ich musste Trixi wiedersehen. Ich wollte unbedingt mit eigenen Augen sehen, ob sie es bei ihrem neuen Besitzer gut getroffen hatte. Papa versprach mir sogar mit mir zu Trixis neuem Besitzer zu fahren, um mich davon überzeugen zu können. Am Sonntagmorgen hatte ich keine Zeit mehr zu Harry und Trixi zu gehen, wir wollten zeitig nach einen kleinen Frühstück losfahren. Um meinem Papa eine Freude zu machen hatte ich versprochen die Brötchen für Unterwegs mit ihm im Bäckerladen zu kaufen. Auf dem Rückweg zur Pension kamen uns drei Jungs entgegen, sie kamen gerade mit ihren Eltern aus der Kirche und liefen diesen weit voraus. Im Vorbeigehen erkannte ich in einem der Jungen Harry. Er schaute nur kurz zu mir herüber und ging dann scherzend mit seinen Freunden weiter. Ich blickte ihm noch länger nach, bis mich mein Vater mit meinem wohl neu erwachten Interesse an Jungen aufzog. Ja, ja die Jungs, dachte ich bei mir. An einem Tag sind sie in dich verliebt und am nächsten ist es ihnen vor ihren Freunden zu peinlich wenigstens "Auf Wiedersehen" zu sagen.

Autorin: Katharina Feistle

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