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Interview

Born free - Ein Interview

Sophia: Marion, du züchtest Schwarzwälder Füchse. Was ist das Besondere an dieser Rasse?

Marion: Schwarzwälder Füchse sind Kaltblüter, aber schmaler und kleiner gezogen als normale „Brauereipferde“. Diese Rasse war und ist im Schwarzwald zu Hause und wurde dort zum Holzrücken eingesetzt. Die Wälder sind dicht bewachsen und ein normales Kaltblut hätte nicht durch die Bäume gepasst. Heute wird der Schwarzwälder Fuchs für alle Bereiche des Fahr-und Reitsports freizeitmäßig genutzt. Die Rasse ist extrem anspruchslos und vielseitig.

Schwarzwälder Fuchs auf der Celler Hengstparade
Schwarzwälder Fuchs

Sophia: Du hast inzwischen zwei Fohlen gezogen. Ich weiß, dass das letzte nicht im Stall, sondern frei auf der Wiese geboren wurde. Was für besondere Beobachtungen konntest du hierbei machen?

Marion: Also, meine Miniherde bestand damals aus der tragenden Stute Romina, ihrer ersten Tochter Ronja, einer älteren Kleinpferdstute und dem Wallach Ramzes. Die Herde lebte schon länger zusammen und hatte eine feste Rangordnung. Romina und Ramzes waren die Alphatiere. Man hatte mir eigentlich von so einer freien Geburt abgeraten, weil der Kleinpferdstute und dem Wallach zugetraut wurde dem Fohlen zu schaden. Der zweite Punkt war, dass kein direkter Zugriff bei möglichen Komplikationen möglich wäre. Da ich meine Herde sehr gut kenne und Romina eine erfahrene Zuchtstute ist, habe ich es trotzdem gewagt und werde es auch immer wieder tun. Ich habe mit diesem Fohlen so viel über das normale Verhalten einer Pferdeherde gelernt wie nie zuvor.

Die Stute sonderte sich eines Abends eindeutig von der Herde ab. Ich wartete schon einige Tage, bzw. Nächte auf das Fohlen, aber meiner Stute war wohl das Wetter zu schlecht. Stuten können übrigens die Geburt um einige Tage verzögern wenn ihnen irgendetwas nicht passt. Außerdem wollen sie bei der Geburt allein und ungestört sein. So mancher Pferdefreund hat schon die ganze Nacht vor einer Box gewacht und genau dann, wenn er mal verschwinden musste, hat die Stute das Fohlen herausgepresst. Ich stand diese Nacht mehrmals auf und schaute mit dem Fernglas nach dem Stand der Dinge. Es war Vollmond, relativ hell. Nachts um eins sah ich etwas Weißes neben der Stute. Es bewegte sich wie ein Yo-Yo auf und ab. Ich brauchte ein paar Minuten bevor mir klar wurde, dass das bereits das Fohlen war.

Es versuchte aufzustehen und was ich sah war die breite, weiße Blesse. Seitdem ist mir auch klar, warum diese Blessen Laternen heißen. Da Romina auf vier Beinen stand und das Fohlen kräftig genug für diese Übungen war, beschloss ich nicht zu stören und meine Ungeduld zu zügeln. Um vier Uhr früh stand die Stute bereits an einer anderen Stelle und das Fohlen lag neben ihr. Es musste also gelaufen sein. Ich ging zu ihnen. Die Stute begrüßte mich mit einem leisen Wiehern, das Fohlen stand schnell, geschickt und unglaublich sicher auf. Dann passierte etwas mit dem ich nicht gerechnet hatte. Der alte Wallach stellte sich zwischen das Fohlen und mich, wehrte mich quasi ab, beschützte das Fohlen. Auch nach mehreren Anläufen gelang es mir nicht das Fohlen ganz zu sehen. Ich beließ es erst einmal dabei und wandte mich der Untersuchung der Nachgeburt und einem kräftigen Kaffee zu.

Um sieben Uhr hatte ich bereits mehrfach das Fohlen am Euter trinken gesehen. Es hatte alles ohne Hilfe geschafft. Ich bin dann wieder auf die Wiese gegangen und diesmal gestattete mir der Wallach einen eingehenden Blick auf mein Fohlen. Die beiden anderen Stuten standen weit ab und jedes leichte, neugierige Nähern wurde von Romina und dem Wallach mit einem kurzen Halsstrecken in die Richtung untersagt. Die Geburt war gut verlaufen und die Herde benahm sich absolut pferdegerecht.

Sophia: Du hast auch hinterher noch sehr viele Beobachtungen gemacht, die das Verhalten der Pferde untereinander und zu dem neuen Herdenmitglied betreffen. Weiß ein Fohlen eigentlich von Geburt an, wer seine Mutter in der Herde ist?

Marion: Das ist eine gute Frage. Ein Fohlen weiß das nicht. Es gibt bei Pferden eine Prägephase. In diesen ersten Tagen hält die Stute das Fohlen immer vor sich. Also, sie läuft immer hinter ihm oder, wenn es liegt, steht sie immer bei ihm und zwar mit dem Kopf zum Fohlen hin. So hat sie immer direkten Zugriff. Die ersten Tage dürfen sich die anderen Herdenmitglieder auch nur auf einen gewissen Abstand nähern. Dieser Abstand verringert sich von Tag zu Tag. Bis zur ersten Kontaktaufnahme mit den Nüstern ist gut eine Woche um. Der Wallach hatte zwar den vollen Fohlenschutz übernommen, durfte auch sehr nah an das Fohlen heran, aber berühren durfte er es nicht. Netterweise hat Romina mir das erlaubt, denn sonst hätten wir am Abend nach der Geburt Schwierigkeiten bei der Fohlen-Impfung bekommen.

Mein erstes Fohlen wurde im Stall geboren und als ich am Tag danach Mutter und Tochter zur Wiese bringen wollte machte ich den Fehler vieler Züchter. Ich holte die Stute heraus in dem festen Glauben das Fohlen würde mitlaufen. Das Fohlen war aber noch in der Prägephase und dachte gar nicht daran. Die Stute ließ sich schlecht führen und spielte verrückt, weil das Fohlen nicht vor ihr war. Also ein großes, aber allgemein bekanntes Durcheinander. Wenn man das Fohlen aus dem Stall schiebt und die Stute nach führt, so wie es ihr Instinkt befiehlt, klappt alles bestens. Leider ist das noch nicht in allen Ställen bekannt. Nachlaufen tun die Fohlen erst nach ca. einer Woche, wenn die Prägephase abgeschlossen ist und sich beide ganz sicher kennen und wieder erkennen.

Sophia: Du erwähntest eben den Ausdruck Fohlenschutz. Kannst du dazu noch etwas erzählen?

Marion: Jedes Tier schützt seine Jungen und bei Pferden schützt nicht nur die Mutter, sondern die ganze Herde übernimmt verschiedene Rollen. Hier war bei mir der Wallach besonders erwähnenswert. In den ersten Tagen hat er keine fremden Menschen auf der Wiese geduldet. Er griff zwar nicht an, stellte sich aber bewusst so, dass man das Fohlen nicht sehen konnte. Er stellte sich prinzipiell zwischen Mensch und Fohlen. Wenn ich dabei war, hat er andere akzeptiert, ansonsten ließ er ich auch schon mal zu einer Drohgebärde hinreißen.

Mein Hund läuft normalerweise zwischen den Pferden herum, ohne dass sie das stört. Der wurde in den ersten Tagen mit hinter gelegten Ohren, gebleckten Zähnen und im vollen Galopp von der Wiese gejagt. Für das Fohlen hätte er ein Raubtier sein können. Fremde Pferde zu treffen war auch später noch kein wirkliches Vergnügen. Die gesamte Herde stellte sich um das Fohlen um es zu schützen, auch mitten auf der Strasse.

Sophia: Pferde haben eine Rangordnung innerhalb der Herde. Wie werden Fohlen da integriert?

Marion: Fohlen sind lange frei, müssen sich nicht einordnen. Erst mit ein, anderthalb Jahren beginnt eine Platzsuche. Bis dahin haben sie Narrenfreiheit wenn sie sich pferdegerecht benehmen. Jedes Herdenmitglied steuert etwas zur Erziehung bei. Dieses Fohlen bekam die meiste Fellpflege und Knuddeleinheiten von der alten Kleinpferdstute. Die große Schwester übernahm das herumtollen und rennen. Aufgabenteilung. Bei einem Gewitter konnte ich beobachten wie dem Fohlen beigebracht wurde wie man sich am besten mit dem Hinterteil in die Wetterfront stellt und abwartet bis es vorbei ist.

Ein erfahrenes Pferd links, eins rechts, das Fohlen in der Mitte und jedes Mal leicht angestupst wenn es da nicht bleiben wollte. Der Wallach hat mir sehr bei der Fohlen-Erziehung geholfen. Nachdem er verstanden hatte, dass ich dem Fohlen beibringen wollte am Bauchgurt neben der Mutter zu laufen, was Fohlen nicht freiwillig von allein tun, ist er von sich aus hinter dem Fohlen hergegangen und hat es immer angestupst wenn es stehen bleiben wollte.

Sophia: Wenn ein Fohlen draußen geboren wird, friert es dann nicht?

Marion: Nein, Fohlen haben dafür eine spezielle Fettschicht, die nur dafür da ist Wärme zu liefern. Ich habe einen Offenstall, der zu der Zeit natürlich immer dick mit Stroh eingestreut war, aber die Stute zog natürlich die freie Wiese zur Geburt vor. Pferde sind Fluchttiere und aus einem Stall lässt sich halt schlecht flüchten. Als am zweiten Tag nach der Geburt das Wetter schlecht wurde und es anfing zu regnen, habe ich überlegt ob Romina nun das Fohlen in den Stall führt, aber sie tat etwas völlig anderes. Sie nahm das Fohlen an ihre Seite und galoppierte mit ihm ruhig Runde um Runde bis der Regen nachließ. Danach durfte sich das Fohlen nicht hinlegen bis es trocken war. Das war ihre Art mit dem Wetter umzugehen. Sie vermied es in den ersten Tagen überhaupt gänzlich den Stall aufzusuchen. Sie blieb immer dort, wo sie alles weitläufig überblicken konnte.

Sophia: Wie lange trinken Fohlen bei der Stute?

Marion: In der freien Natur so lange bis das nächste Fohlen kommt. Stuten stillen nicht ab. Fohlen brauchen wenn es eben geht mindesten vier Monate Stutenmilch, besser ist bestimmt noch etwas länger. Meine Fohlen durften immer ca. ein Jahr lang trinken. In „Gefangenschaft“ muss man Stute und Fohlen trennen um abzustillen. Mir ist es einmal nach dreimonatiger Trennung passiert, dass die Stute einen Tag später wieder Milch hatte. Sie war allerdings so clever den Jährling nicht mehr an den Euter zu lassen.

Sophia: Danke für das Interview. Ich hoffe ich kann alles so beschreiben wie du es mir erzählt hast.

Autorin: Marion Broxtermanne

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