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Reiseberichte

Sternritt in Andalusien - Mit Pferden klettern in der Sierra de Mijas

Um dem unfreundlichen Wetter zu entfliehen, hatte ich eigentlich vor, eine gemütliche Faulenzer-Woche irgendwo im Süden zu verbringen. Im Reisebüro stieß ich dann auf das Angebot der Rancho La Paz... so viel zum gemütlichen Faulenzerurlaub. Dennoch verbrachte ich eine Woche auf dem Gestüt in der Sierra de Mijas, die ich so schnell nicht vergessen werde...

Ein Strandritt - wer träumt nicht davon
Ein Strandritt - wer träumt nicht davon
Es ist schon dunkel, als die Hapag-Lloyd Maschine in Malaga landet. Mit Koffer und Rucksack bepackt stehe ich im Eingangsbereich und versuche mich im Getümmel zu orientieren. Für Allein-Reisende dürfte dieser Teil am Flughafen einer der "spannendsten" sein. Dennoch habe ich keine Probleme, meine Abholerin zu finden, und lerne noch in Malaga meine Reitkollegen für diese Woche kennen. Gegen 21.00 Uhr treffen wir dann auf dem Gestüt ein, wo uns schon ein gutes Abendessen und der obligatorische Tischwein erwartet. Anschließend werden wir von unserer Rittführerin Silke über den Tagesablauf der Rancho aufgeklärt und nach unseren Reitkünsten gefragt: Vom blutigen Anfänger bis zum Reitlehrer ist alles vertreten. Den Rest des Abends verbringt man dann in gemütlicher Runde.

Montag:
Auf der Rancho La Paz braucht man eigentlich keinen Wecker. Zumindest nicht, wenn man in Haus 6 wohnt, das direkt neben den weitläufigen Corrals liegt. Gegen 8.00 Uhr wird das Gatter geöffnet, und die Zuchtstuten kommen die Straße herauf; das Geräusch von klappernden Hufen mischt sich mit dem sanften Läuten der Glocken, die einige der Tiere um den Hals tragen. Von den Stallungen herauf kommt ein Reiter, der die Herde auf die nahegelegenen Weiden treibt. Die Tiere werden den ganzen Tag in der Sierra verbringen. Dort wird man allerdings vergeblich nach Zäunen suchen: Die Pferde können das weitläufige Gebiet frei durchstreifen. Diese natürliche Haltungsform mag wohl auch der Grund für die Charakterstärke und Trittsicherheit der Pferde sein, wie wir sie in den kommenden Tagen auf den Ritten erleben. Nach einem ausgiebigen Frühstück wird jedem von uns zehn Urlaubern ein Pferd zugeteilt. Mein Urlaubskamerad ist der dreizehnjährige Barquero, ein ausgesprochen liebenswerter Andalusier. Höhenangst sollte man bei den Ritten der Rancho La Paz nicht unbedingt haben und auch sonst kein Angsthase sein. Wer noch nie in bergigem Gelände geritten ist, dem wird beim Anblick der kaum einen halben Meter breiten Kletterpassagen mit Felswand auf der einen und Abhang auf der anderen Seite zumindest am ersten Tag das Herz einige Male in die Hose rutschen. Hierbei kommen einem die spanischen Sättel und die Reitweise sehr entgegen. Die Pferde sind Doma Vaquera geritten, eine Gebrauchsreitweise, die in ihrer Grundform mit der Westernreiterei zu vergleichen ist. Barquero reagiert hervorragend auf Gewichtsverlagerung und Neck-Reining. Ich kann nur über seine Trittsicherheit und unglaubliche Ruhe staunen.

Dienstag:
Nachdem man sich nun schon an die Pferde, das Gelände und die Reitweise ein wenig gewöhnt hat, komme ich heute in den Genuß eines abwechslungsreichen Geländetrainings durch unsere Rittführerin Conny. Am Nachmittag erkunde ich dann mit zwei meiner Reitkolleginnen auf eigene Faust die knapp sechs Kilometer entfernte Küstenstadt Fuengirola, welche auch auf jeden Fall einen Besuch lohnt.

Mittwoch:
Der Vormittag steht ganz unter dem Motto "Learning by doing". Während die andere Gruppe wieder durch's Gelände streift, nehme ich mit der anderen wieder an dem Geländetraining teil. Der Vorteil hierbei ist, daß wir plus Rittführerin nur zu dritt sind und damit während des Ausrittes praktisch in den Genuß eines Einzelunterrichts kommen, wobei der Spaß natürlich wieder im Vordergrund steht. Mit unseren vierbeinigen Kletterprofis Barquero, Lovato und Amarossa erklimmen wir etliche Hügel. Auf der ausgedehnten Galoppstrecke kann man an diesem herrlichen Frühlingstag sogar Fuengirola, das Meer und - hinter einem Dunstschleier - die Küste Afrikas sehen. Nach dem Mittagessen geht es dann im hauseigenen Bus nach Ronda, einer beschaulichen Stadt mitten im Gebirge, wo die Zeit etwas langsamer zu laufen scheint... Den Nachmittag zur freien Verfügung, besichtigen wir die Altstadt und die bekannte Schlucht von Ronda. Auch das Stierkampfmuseum und die Arena lohnen einen Besuch. Am Abend sitzt man dann bis zu später Stunde gemütlich in der "Bar Mediterrano".

Donnerstag:
Heute starten wir zum 2-Tages-Ritt. Zunächst einmal geht es kontinuierlich bergab, wobei man wieder über die Kletterkünste der Pferde staunen muß. Die Sonne läßt sich heute zwar nicht blicken, das tut der guten Laune aber keinen Abbruch! Wenn die Wege es erlauben, reitet man nebeneinander, entweder in Fachgespräche vertieft oder die Kameras zum gegenseitigen Fotografieren austauschend... eine Kunst, die wir bis zum Strandritt am Samstag perfektioniert hatten!

Gegen Mittag steht dann eine Flußdurchquerung an. Im Sommer, so versichert uns Silke, sei hier nicht mehr als ein Rinnsal. Heute aber ist das Flußbett voll, und ich bin froh, eines der größeren Pferde zu haben. Barquero scheint das Durchqueren des Wassers auch Spaß zu machen, jedenfalls hebt er in bester spanischer Manier die Vorderhufe und beginnt voller Wonne zu plantschen. Am gegenüberliegenden Ufer wird dann das Satteltaschenpicknick ausgepackt. Die Nachmittagsroute führt uns durch Eukalyptus-Wälder und vorbei an Orangenplantagen. Am späten Nachmittag erreichen wir einen Reitstall, wo unsere Pferde die Nacht verbringen werden. Wir selbst werden mit dem Bus wieder zur Rancho gebracht.

Freitag:
Gleich nach dem Frühstück fahren wir los, um unsere Pferde abzuholen. Diese drängen sich schon an den Zaun des Corrals, scheinen froh zu sein, daß es weitergeht. Wir reiten wieder entlang an Orangenplantagen und durch Wälder. An einer besonders idyllischen Stelle im Wald neben einem Bachlauf machen wir unter einem Eukalyptushain Mittagspause. Auch heute staune ich wieder über die Ruhe der Pferde. Sie lassen sich absolut nicht davon stören, wenn der Reiter auf ihrem Rücken gerade den Film wechselt, fotografiert, Orangen schält...!

Auch heute müssen wir wieder eine Autobahnbrücke überqueren. Die auf der dreispurigen Straße unter uns dahinrauschenden Autos und LKWs lassen Barquero ziemlich kalt, lediglich ein stetes Zucken der Ohren verrät seine Mißbilligung. In diesem Moment denke ich wieder an einige Pferde in Deutschland, die von ihren Besitzern als trittsicher und nervenstark bezeichnet werden. Für mich haben jedenfalls die Worte Mut, Charakter, Nervenstärke und Trittsicherheit in dieser Woche eine neue Bedeutung bekommen...

Samstag:
Kaum hat man die Eindrücke des gestrigen Tages halbwegs verdaut, geht es noch vor der Morgendämmerung dem nächsten "Abenteuer" entgegen. Die Pferde werden für den Strandritt in den LKW geladen, und man macht sich zur zweistündigen Autofahrt nach Zahara auf. An den meisten Stränden des Mittelmeeres ist das Reiten verboten, deshalb muß man für dieses Vergnügen einigen Aufwand auf sich nehmen.

Auf der Strecke kann man das Meer auf der einen und das Gebirge auf der anderen Seite sehen. Bei Gibraltar entdeckt man auf den Hügeln eine Vielzahl von Windkrafträdern, die hier so gut wie nie stillstehen. Bei klarer Sicht scheint das afrikanische Festland greifbar nah. Nicole erzählt uns, daß es in dieser Gegend üblich ist, sich bei gutem Wind das Surfbrett zu schnappen und mal schnell zum Kaffee trinken nach Tanger zu segeln... bei gutem Wind braucht man kaum eine Dreiviertelstunde!

Der erste Teil unseres Rittes führt uns vom Landesinneren her entlang von Stierweiden in Richtung Meer. Die spanischen Rinder sind ausgesprochen imposante Tiere, nicht nur die allseits bekannten schwarzen Kampfstiere. Gegen Mittag erreichen wir dann die Küste, wo wir unsere Pferde in bester western-Manier vor dem Restaurant anbinden und uns die mediterrane Küche schmecken lassen. Gegen 15.00 Uhr geht's dann an den Atlantik. Es bläst ein angenehmer Wind, und nun läßt sich sogar die Sonne blicken. Wieder werden die Fotoapparate ausgetauscht, um dieses unvergeßliche Erlebnis einzufangen... Selbstverständlich wird am Strand auch galoppiert. Dennoch sollte man Verständnis dafür mitbringen, daß dieser Strandritt nicht bei jedem Wetter veranstaltet werden kann oder der Galopp etwas verhalten geritten werden muß, damit sich die Pferde nicht gegenseitig aufheizen oder bei den wechselnden Bodenverhältnissen verletzen.

Verhalten galoppieren bedeutet jedoch nicht unbedingt, am Strand entlangzuschlurfen, im Gegenteil - es ist ein absolut erhebendes Gefühl, mit diesen eleganten Kraftpaketen entlang der Brandung zu preschen. Ich persönlich kann jedem nur raten, sich diesen Ritt, der im Preis nicht enthalten ist, nicht entgehen zu lassen. 80,- DM sind mir - sieht man den Aufwand, der hinter diesem Tagesritt steckt - die Stierweiden, der endlose Strand und die ausgesprochen gehfreudige "Morena" wert gewesen.

Gegen Sonnenuntergang endet dann auch dieser schöne Tag, und die Pferde werden wieder in den Hänger geladen. Spät treffen wir auf der Rancho ein, wo uns eine riesige Paella erwartet. Auch nach dem Essen sitzt man noch lange bei einem guten Glas Wein zusammen und schwärmt von imposanten Stieren, Wind und Wellen und schmiedet schon Pläne für den nächsten Urlaub auf der Rancho La Paz...!

Sonntag:
Der letzte Tag auf der Rancho bricht an. An diesem Morgen lockt ein atemberaubender Sonnenaufgang schon früh mit der Kamera aus dem Haus, ein letztes Mal beginnt man den Morgen mit einer kleinen Jogging-Tour mit den Stuten und "Auge", die mich auch heute auf meinem Streifzug wieder begleitet. Nach dem Frühstück macht man sich dann auf zum letzten Ritt. Ein letztes Mal reite ich Barquero, meinen erklärten Liebling unter den Pferden der Rancho La Paz.

Auf dem mehrstündigen Ritt kann ich nur wieder über die Coolness des jungen Wallachs staunen. Unser Ritt führt uns durch ein Flußbett, das zu dieser Zeit viel Wasser führt. Wir müssen einen recht engen und niedrigen Tunnel durchqueren. Es ist dunkel und hallt von den Wänden, doch nichts scheint Barquero aus der Ruhe zu bringen. Auch als er an einer recht heiklen Stelle den Sprung über eine kleine Felskante im Bach nicht schafft und sich die Vorderbeine einklemmt, bleibt er für sein Alter unglaublich gelassen und achtet sehr darauf, seinen Reiter nicht zu gefährden. Am Nachmittag kommen wir dann im Rahmen einer kleinen Fotosession noch in den Genuß eines freilaufenden Hengstes und einer Doma Vaquera-Vorführung von Ausbilder Horst. Gegen 18.00 Uhr trete ich dann wieder die Heimreise an.

Autorin: Karin Tillisch

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