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Pferdegeschichten

Ein Springkurs mit Copine - Nichts ist unmöglich!

Im Rahmen meiner Reitwarttätigkeit in einem Reitverein erhielt ich die Gelegenheit, bei einem bekannten Trainer und internationalem Parcoursbauer an einem Springkurs über 3 Tage teilzunehmen. Nur, welches Pferd nehmen? Meine Stute "Copine" litt unter einer ausgesprochenen Holzallergie, waren wir doch mehr mit dem Dressurviereck vertraut und machten höchstens mal ein paar kleine Hopser über Cavaletti oder Baumstämme. Historie: Copine war wohl in jüngeren Jahren mal im Springsport eingesetzt worden und muß dort negative Erfahrungen mit Oxern gemacht haben. Ich selber hatte das Springen nur für diverse Abzeichen betrieben und meine Passion nie dafür entdecken können, zumal ein Sturz mit einem schmerzhaften Steißbeinbruch die Motivation dafür stark gemindert hatte.

Aber ein Pferd haben, dass vor einer einzelnen Trabstange schon die Flucht ergriff? Das wollte ich auch nicht, so begann ich, diese bunten Dinger immer wieder in die Arbeit einzubeziehen, anfangs noch halb im Boden verbuddelt. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich schließlich überwand, diese einzelne Bodenstange mit einem Riesensatz zu überspringen!

Und wir springen doch!
Und wir springen doch!
Ich war glücklich. Wie oft war mir die an und für sich sehr brave, wenn auch etwas schreckhafte Stute nach der Lösephase und fleißigem Hintraben zitternd vor dem rotweißen Ding stehen geblieben, die Vorderhufe fest in den Sand gestemmt! Im Schritt hinzureiten war schier unmöglich, da näherte sie sich der Stange höchstens auf max. 7 Meter und brach dann aus. Aber das war schon mal ein Riesenerfolg! Im Laufe dieser Winterarbeit kam dann immer noch mal ein Stänglein dazu, bis wir schließlich stolz wie Oskar auf eine Reihe von 5 Stangen zurückblicken konnten. Copine war stets darauf bedacht, das Holz mit ihren Hüfchen nicht zu berühren und blieb hin und wieder auch nochmal davor stehen, aber das führte ich auf meine eigene reiterliche Dusseligkeit zurück - nicht ganz gerade hingeritten oder mich schon zu sicher gefühlt, dass es klappt.

Nach dieser Desensibilisierung auf buntes Holz griffen wir - mein Ausbilder und ich- zu Cavaletti, und zu einem kleinen Kreuzsprung. Die naturfarbenen kleinen Bodenricks nahm sie mit wachsender Begeisterung und im hohen Bogen, beim Kreuz warf sie anfangs erst immer wieder den Anker, und sie mußte erst wieder über Bodenstangen das Vertrauen zurück gewinnen. Die Zeit gab ich ihr aber, und das sollte  insoweit belohnt werden, dass sie - als die Tage schon wieder länger wurden, irgendwann mal mit einem Riesensatz über den Kreuzsprung hopste, als wäre sie im Finale eines Nationenpreises. Sie war anscheinend selber überrascht über diesen Sprung, denn sie blieb danach abrupt stehen und schaute sich zu mir um. Natürlich lobte ich sie überschwänglich und war den Tränen nahe vor Freude. Auch mein Trainer -alleine hätte ich das wohl nicht hinbekommen - schien sich im Stillen zu freuen, denn er war ganz still geworden, anstelle der sonst üblichen Manöverkritik.

Nachdem wir in dieser Hinsicht durch hartnäckiges Training (welches natürlich immer wieder durch die übliche dressurmäßige Arbeit und Geländeritte unterbrochen wurde) viel erreicht hatten, war auch ich wieder mutiger geworden. Auch fand ich heraus, dass die Stute sich durch verbale Hilfe sicherer fühlte am Sprung: Ein munteres, halblautes "Hopp" half ihr mehr als ein Überfall mit einer aus Unsicherheit entstandener überdeutlichen Schenkel- oder Gertenhilfe. Natürlich mußte das Bein in der Anreitphase "dran" sein. Auch mußte jeder Sprung 100%ig korrekt in Rhythmus und Linie angeritten werden! Der kleinste Fehler dabei führte wieder zu einer Verweigerung. So lernten wir gemeinsam auch das Überwinden mehrerer Hindernisse nacheinander, allerdings alles Steilsprünge. Sobald ein Sprung als Oxer aufgebaut war, blockierte ich? oder Copine? Jedenfalls lief es meistens so ab: Aus dem Galopp hin, ich treibe, halte dabei allerdings die Luft an, Pine wird schneller und bleibt im aller- ALLERletzten Moment stehen. Kopf runter, Hintern etwas höher, und wenn ich mir einbildete, dass sie doch abspringt, flog ich halt allein weiter. Oder ich übte mich in einem sicheren Knieschluß, den habe ich mir dabei auch gut antrainiert mit der Zeit.

Besser lief das mit den Oxern, wenn die vorderen Stangen quasi als Kreuz gelegt wurden, mit der Oxerstange gerade dahinter. Ob mir das mehr entgegenkam oder der Stute, weiß ich nicht. Jedenfalls sprang sie da nach ein paar Versuchen schön rüber, und ich fühlte mich danach wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag auf einmal. Nun kam also dieser in der deutschen Springszene bedeutende Trainer in unseren Verein, und ich beschloß nach einer Nacht drüber schlafen, mit Copine an dem Training teilzunehmen. Nervös sattelte ich zur ersten Stunde, doch was war denn das? Anstatt direkt mit der Herausforderung loszulegen - weshalb ich schon Albträume hatte, denn der ganze aktive Teil der Vereinsreiter hatte sich schon auf der Tribüne eingefunden, um ihre Theorie bestätigt zu wissen, mit meiner Copine hätte Springen ja keinen Zweck und wäre reine Zeitverschwendung - gab es zunächst eine lockere Trainingseinheit für Sitz und Einwirkung im Leichten Sitz und Übergänge im Trab und Galopp. Dafür hätte ich ihn knuddeln können! Die kleinen Einzelsprünge, die der Gymnastizierung dienten, überwanden wir am Schluß dieser Stunde wie im Traume, und es klappte wie am Schnürchen. Strahlend klopfte ich meine Stute am Schluß ab und das Grinsen wollte an diesem Abend auch nicht mehr aus meinem Gesicht verschwinden. Ich war einfach nur happy, und auch Copine schien sehr sehr stolz auf sich zu sein. Mit der Gelassenheit einer (Spring)-Diva schritt sie durch die Halle und bedachte die Zuschauer mit einem äußerst arroganten Blick, wie nur Stuten blicken können.

Am nächsten Tag wurden die Trauben ein wenig höher gehängt. Der Trainer wußte mittlerweile von unseren Schwierigkeiten mit Oxern, obwohl ich das nur angedeutet hatte! Aber er strahlte eine solche Zuversicht aus - das schafft ihr schon - dass ich meine eigenen Bedenken über Bord warf und einfach hinritt... und siehe da: Es funktionierte! Den Leuten an der Bande und auf den Rängen schien der heruntergeklappte Kiefer nicht mehr gehorchen zu wollen. Natürlich ritten auch noch routiniertere Springreiter im Kurs mit, aber das Hauptaugenmerk lag auf Copine und mir - von den anderen war man es ja gewohnt, dass sie einen Parcours überwinden konnten. Copine und ich waren wie in einem Rausch. Die Stunde war leider viel zu schnell zuende, und das Adrenalin stieg in unbekannte Höhen! Der Trainer lobte am Ende noch Copines vorsichtige Manier, nicht eine einzige Stange schien sie berühren zu wollen, alles lag nach unserem Ritt noch da, wo es liegen sollte.

Mein Sitz wurde hie und da noch bemängelt, vor allem das Zurückfliegen der Unterschenkel : "Wenn du so schon aus der Balance kommst, liegst du direkt unten, wenn sie dir mal stehenbleibt." Mit diesem wertvollen Tipp ging es in die finale Stunde: Diesmal auf dem Außenplatz mit Rasen. Immer wieder die Anweisung: Beine am Gurt lassen beim Sprung! Und so kamen wir in eine Kombination Steil- Oxer, ca. 1,10 m hoch. Aus einer gebogenen Linie heraus.. fleißig weitergaloppieren, sie schielt auf den Oxer ... der Weg dahin wurde zur Ewigkeit. Ich spüre viele Augenpaare auf uns kleben und dann kommt der Steil ....RUUUUUUUUUUMMMMMMS! Steht Copine schon. Ich hänge auf ihrem Hals, die vorgestreckten Beine im Harley-Davidson-Stil haben mein Weiterfliegen verhindert! Ihre Beine sind mit einer gewaltigen Bremsspur im Rasen genau vor der Absprungstange in den Boden gerammt.

Trotzdem bin ich irritiert, ich sage, dass ich mit dem Steher erst am Oxer gerechnet habe. "Achja?" grinst der Trainer. "Ich hab schon in der Wendung gesehen, dass du am Nachdenken warst. Du hast dein Pferd unsicher gemacht!" Ich erröte. Die Mitreiter schauen mich bedauernd an. Die Zuschauer haben ihre Satisfaktion. "Das ist eben doch kein Springpferd." Dabei lag der Fehler bei mir! Meine Knie zittern, dieser Mißerfolg tut innerlich weh. Soll ich nochmal...? Klar, das bin ich Copine schuldig. Ein Tränchen verläßt meine Augenwinkel. Bin ich sauer auf meine Stute? Nein, auf mich selber.

Also wende ich mehr oder weniger entschlossen ab- steuere den Oxer als Einzelsprung an! Nicht denken, atmen... ich sauge die Luft ein und zwinge mich in einen Rhythmus, den der Galopp von Copine vorgibt. Bein ran, Wade an den Gurt. Plötzlich bin ich hoch in der Luft....sie hats tatsächlich getan! Wieder neu berauscht reite ich weiter und absolviere die Kombination und die Schlußsequenz des Parcourses in einem erneuten Rausch. Nur für uns haben wir das getan, für niemanden sonst. Der Trainer nickt anerkennend, und das ist mehr wert als jede Schleife dieser Welt!



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