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Pferdegeschichten

Trabergeschichten: Erste Ausfahrt mittels Rad

Wie ich auf die Idee kam, den kleinen Doofmann mittels Rad auf die Rennbahn zu bringen? Nun, im Wagen war er schlichtweg eine Katastrophe. Pullte, dass es einfach nicht lustig war. Reiten war auch ein etwas heikler Punkt, weil er anfangs beim Verlassen des Stalles praktisch nur auf der Hinterhand ging und ebenfalls pullte. (Nicht das man hier annimmt ich wäre ein mutiger Reiter, nö nö bin eher feige, aber anscheinend auch behämmert, hüstel.) Also wie bekommt man ein Pferd die ca. 3-4 km in verhältnismäßig ruhiger Form vom Stall (wg. den Koppeln!) zur Rennbahn (wg. Rennen)? Warum er nicht auf der Rennbahn stand? Damals gab es noch keine Koppeln, ich wollte ihm aber täglichen Koppelgang ermöglichen. Da er an der Hand sehr brav war und auch beim Nachlaufen neben dem Doppelsitzer total ruhig war, wagte ich es.

Der kleine Doofmann
Der kleine Doofmann
Bewaffnet mit Rad, Longe und Pferd startete ich. Pferd lief gemäß den Erwartungen locker und ruhig mit. Ab der Hauptallee war mir klar, dass die Longe nicht optimal war. Die Dinger sind elend lang. Bilden Schlaufen, wo sich immer irgendwein Fuß verhängt! Irgendwie hatte ich endlich ein System gefunden, hatte aber verdammt viel Seil in der Hand und konnte kaum das Lenkrad halten. Ich schupste den Traber an der Kante der befestigten Allee ins Weiche und fuhr schneller. Der kleine Doofmann trabte locker und flott – ich war begeistert. Fasste ihn an der Mähne und lies mich ziehen – genoss den Fahrtwind und fühlte mich einfach super.

Ohne Zwischenfälle erreichten wir die Rennbahn und den Stall. Dort drückte ich einen etwas irritiert dreinblickenden Trainer das Pferd in die Hand – beim Absteigen hatte ich mich schon wieder fast mit der Longe verheddert. Das Rennen absolvierte mein kleiner brauner Doofmann sehr gut. Er war platziert und der Trainer sehr zufrieden. Ich solle ihn doch das nächste Mal wieder mit dem Rad bringen. Trunken vor Freude führte ich das gute Tier penibel trocken. Es war gegen Ende des Winters, sprich am Abend war es schon ziemlich kalt und dunkel. Aber die Hauptallee war ja gut beleuchtet. So startete ich im Dunkeln.

Angezogen wie für eine Polarexpedition nahm ich den Traber von meinem Trainer in Empfang und strampelte Richtung Heimat los. Immer noch verzückt über das gute Ergebnis des Rennens war ich leider nicht so aufmerksam wie immer. Gerade erklomm ich die leichte Steigung zur Hauptallee und hatte damit beide Hände am Fahrradlenker. Es war mir nicht aufgefallen, dass die Longe sich um den Lenker gewickelt hatte. In dem Augenblick, als es mir auffiel, machte mein Pferd einen sanften Schlenker mit seinem Kopf und .... tja, was soll ich sagen? Bitte nicht fragen, wie geht denn das – aber meine rechte Hand war am Lenker festgezurrt.

Ungläubig starrte ich darauf. Der kleine Doofmann wollte heim und trabte an. Ich reagierte natürlich gelassen und gezielt und trat wie verrückt in die Rücktrittbremse. Ereignisreiche 15 Sekunden später wusste ich wieder einmal viele Dinge mehr. Nein, nervige Traber wollen das Geräusch blockierender Reifen am Asphalt gar nicht. Und nein, es ist gar nicht leicht ein Rad gerade zu halten, wenn man verzweifelt versucht den Zug auf der rechten Seite auszugleichen. Irgendwie hatte ich es geschafft das taumelnde Rad aufrecht zu halten. Der kleine Doofmann war irritiert, trabte aber ein recht akzeptables Tempo, wo ich ganz gut mitkam.

Ich versuche meine Situation zu analysieren. Die rechte Hand war nicht freizubekommen. Die Longe saß nach der letzen Aktion straff drumherum. Hatte ich doch meine guten Fahrhandschuhe an, welche über das Handgelenk gingen und sich so herrlich mit einem Klettverschluss fixieren ließen. Und dass es mir ja nicht kalt reinzog, hatte ich natürlich die Jacke mit den engen Ärmelbündchen drübergezogen. Ja, ja! Wenn ich etwas mache, dann gründlich. Möchte dazu anmerken, kalt war mir in der Tat nicht!

Nun gut, ich trat nochmals gaaaaaanz behutsam in die Rücktrittbremse und wurde eiskalt von dem Braunen mitgezogen. Tja, da hatte ich nochmals nicht aufgepasst. Hatte der gute Trainer ihm die Longe einfach unten im Stallhalfter eingehängt. Leider wusste das gute Tier, dass es da einfach stärker ist als Mensch! In diesem Fall möchte ich mich nochmals bei dem Vorbesitzer bedanken, DANKE!

Ich erkannte dass etliche interessante Kilometer vor mir lagen. Links konnte ich nicht loslassen – mit nur der rechten Hand konnte ich den Lenker nicht gerade halten. Und jetzt einfach mal so links abbiegen – war keine gute Idee. Ich probierte es mit sanften Worten. „Braaaaaver Bub – Scheeeeerit! Hallo .... Haaaaaallo! Scheeeeeeeeeeerit! Depp, wirst halt endlich langsamer. Himmel, A*** und Zwirn! Krampen depperter! Oh oh oh – nein war nicht böse gemeint – nur schöööön ruhig. Ja so isserbravderbub! Ichwerdehierundheutesterbenhilfewillzumeinermami!“ Und der kleine Doofmann heim und zum Futter.

Im Geiste ging ich schon die diversen Schlagzeilen durch:

„Wahnsinnige fuhr mit Pferd durch die Nacht. Busfahrer erklärte, dass er nun endlich einen Grund für das komische Geräusch weiß = Fahrrad, das er nachschleppte."

„Frau konnte nur an dem Handschuh identifiziert werden!“ So viele gab es wohl damals nicht, die sich so teure Dinger kauften.

„Wer war sie? Über etliche Kilometer wurde immer wieder etwas gefunden. Zum Schluss ein Pferd mit einem seltsamen Gegenstand an seiner Schnur. Vielleicht der Fahrradlenker? Und ist der Handschuh leer?“

Endlich hatte ich eine Idee. Am Ende der Hauptallee waren die Schranken unten. Was würde passieren, wenn ich einfach auf diese Dinger zusteuere? Schlimmer konnte es einfach nicht mehr werden. Ich peilte die Schranke an. Der Traber wirkte verwirrt, verminderte das Tempo – blickte mich an. Ich hatte noch eine hässliche Vision, dass er nun springen würde – aber er blieb stehen. Ich auch – hatte aber vor lauter aufs Pferd glotzen fast aufs Bremsen vergessen – aber die Schranken taten ihre Pflicht.

Mühsam befreite ich meine rechte Hand, rieb mir die Rippen, sortierte mich und radelte nach Hause, dabei ignorierte ich die blöden Kommentare der Jogger ob meiner „Karosseriebremsung“. Die nächsten Male fuhr ich mit Führkette (Fesselspielchen entfallen und Mitspracherechte vorhanden!) und immer einhändig – auch Bergauf. Und natürlich erklärte ich jedem, dass es da noch nie „ein“ Problem gegeben hätte. Nach Problemen hatte mich ja nie jemand gefragt.

(c) Autorin: Gunnel Veigl-Schatz.

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