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Pferdegeschichten

Geschnatter am Ententeich...oder die Hausfrau und der Rittmeister

Ich habe euch doch mal von dem steinalten, hustenden Herrn Rittmeister erzählt, der unserer Edelhausfrau regelmäßig Reitstunden gibt. Ich glaube diese Ära der Heiterkeit ist ein für allemal vorbei denn Folgendes trug sich zu, und ich kann nicht an mich halten euch an der letzten Köstlichkeit dieses Paares teilhaben zu lassen.

Hinter unserem Haus, eingebettet in dem alten Obstgarten, befindet sich ein Ententeich. D.h. es war mal ein Ententeich, zu der Zeit als meine Großeltern noch den Hof bewirtschafteten. Als Kinder sind wir darin geschwommen, die Entengrütze missachtend haben wir Wasserschlachten veranstaltet, haben Pirat und Schatzinsel gespielt und uns tolle Seeschlachten geliefert. Lange Jahre lag er dann verwaist zwischen den alten Apfelbäumen, von einer dicken Schicht Wasserlinsen bedeckt.

So wie ich neulich mit meinem GG auf dem Balkon an unserem Schlafzimmer sitze, und wir sinnierend die Blicke schweifen ließen, da ward mein Mann von der jähen Eingebung aufgesucht, doch aus dem alten Ententeich eine Pferdeschwemme zu machen. Ein Anhänger voll Kies zur Uferbefestigung und fertig sei die Pferdeschwemme, den Pferden zum Wohle und dem Geschäft zum Auftrieb.

Selten genug weiß ich den Eingebungen meines Mannes gebührenden Respekt zu zollen, doch dieses mal war ich ziemlich entzückt und belohnte die Umsetzung dieses frommen Planes in der letzten Woche mit einer Haselnussbuttercremetorte, für die mein Mann sterben würde. Am Samstag bin ich mit dem Pony meiner Tochter als Erste in den Teich geritten und unser Grobi machte seine Sache nicht nur gut, sondern er hatte einen solchen Spaß, dass angelockt durch sein Geplanschte nach und nach der eine oder andere Reiterkamerad sich zu uns gesellte.

Gestern, am Montag hatte dann unser Böhnchen wieder eine Trainerstunde, wie sie die groteske Veranstaltung zu nennen pflegt. Mein Mann traf fast zeitgleich mit dem hustenden Rittmeister, nebst seinem ebenfalls aus dem letzten Loch pfeifenden 123er auf unserem Hof ein und unterbrach dadurch das uns inzwischen vertraute und lieb gewordene Ritual.

Mein Mann kam nicht umhin, sich mit dem zu neuer Ehre gekommenen Ententeich zu brüsten und bestand drauf, den keuchenden Rittmeister hinter sich her zerrend, diesen zu einer eingehenden Inspektion des Areals zu verdingen. Eine etwas durch die fehlende innige Begrüßung angesäuerte Frau Bohne zog derweil verdrossen ihre ersten Runden auf dem Reitplatz und man konnte sie leise keuchen hören. Rittmeister Schürstädt begutachtete fachmännisch und eingehend das Gewässer und konnte sich nicht verkneifen dieses mit dem Wassergraben im großen Preis von Weissnichmehrwo im Jahre Wannwardasnochmal zu vergleichen, wo er mit diesem großen Fuchs Wiehießdernochmal, Kumpel Hans Günther und Fritzi um Längen geschlagen und beim abendlichen Reiterball alle auch noch unter den Tische gesoffen hatte.

Mein Mann zeigte sich tief beeindruckt und referierte seinerseits dann über die Ausbildungsdefizite in der modernen Reiterei, speziell über die fehlenden Erfahrungen des guten deutschen Warmblutes mit Wasser. Ich rief meinen Mann sofort und energisch zum Essen herbei, doch es war schon zu spät. Väterlich legte der Rittmeister meinem Mann die Hand auf die Schulter und versprach, gleich heute etwas zur Rettung des Ausbildungsniveaus beizutragen und Frau Bonne nebst Dream of Spring seine umfassende Erfahrung mit Wassereinritten angedeihen zu lassen.

Mein Mann schlang sein Essen hinunter, schnappte sich eine Alibizeitung und platzierte sich nach Attraktionen heischend und voller Ungeduld auf unserem Schlafzimmerbalkon. Ich gebe es zu, auch ich musste nach unten in die Waschküche und erwog spontan angesichts des strahlenden Sommerwetters meine Wäsche im Garten aufzuhängen. Dass man von dort aus einen prächtigen Blick in den Obstgarten hat, ist eine zufällige, aber gern genommene Gegebenheit unseres ländlichen Anwesens.

Wir brauchten nicht lange zu warten. „Sooooooo Frrau Bonne, hier entlang“. Der storchenbeinige Rittmeister schritt vor dem gelangweilt aussehenden Dreami her, die Fingerknöchelchen der Frau Bonne waren vor Aufregung fest um die Zügel gekrallt und in ihrem Blick stand die mit Skepsis gepaarte freudige Erwartung eines Abenteuers. „Meinen sie denn Dreami macht das, Herr Schürstädt“ quäkte es aus dem Sattel herab. „Aber ja, meine Liebe, sie müssen mir doch auch mal vertrauen“, kam es zurück und ich steckte mir eine Wäscherklammer in den Mund damit ich was zum Draufbeißen hatte.

Verstohlen beobachtete ich meinen Mann, doch der hinterhältige Hund hielt sich scheinheilig die Zeitung vors Gesicht und schnitt mir Grimassen. Derweil näherte sich das Triumvirat unserer Belustigung dem Ententeich. „Sie müssen Drrimmi jetzt die Zügel hingeben damit er Witterung vom Wasser aufnehmen kann, Frau Bonne“. Dreami immer noch sehr gelangweilt nutzte den langen Zügel um am Ufer einige Kettenbüsche zu rupfen und dachte nicht im Traum daran, von was anderem als vom Futter Witterung aufzunehmen, worauf ihm der Rittmeister einen aufmunternden Klaps gab.

Von dieser groben Behandlung beeindruckt, machte Dreami versehentlich einen halben Tritt zur Seite und die erste Hälfte des vorderen Drittels seines Hufes berührte das Wasser, was Böhnchen zu lauthalsen Lobgesängen veranlasste. „Nun können sie ihn energischer hinreiten, Frau Bonne“, der Rittmeister trat aufmunternd einen Schritt zurück und angespornt durch Böhnchens rudernde Schenkel spitze Dreami tatsächlich etwas die Ohren und beugte träg seinen Kopf hinab zum Wasser. Oh Wasser, wie erbaulich!!

Probeweise benetzte er seinen Huf bis an den Kronrand und ich schwöre, wäre er ein Mensch gewesen hätte er sich mit dem Finger etwas Wasser hinter die Ohren getupft. „Driiiiiiiiimiiiiiiii, du bist ein ganz faaaaiiiiiiiiiiner Junge“, quäkte es aus dem Sattel und vom Rittmeister kam ein:“Nu Frrau Bonne, nu mal mit etwas mehr Schwung“.

Unser Böhnchen wendetet ihr edles Warmblut ab, nahm einen knappen Meter Anlauf und spornte ihr Pferd zu heroischen Taten an. Dreami erwachte gerade aus seinem Mittagsschlaf und überlegte dass es nett wäre, auch noch den anderen Huf zu befeuchten, bevor man wieder in der Bewegung erstarren könne, um eine Pause einzulegen. Seine Bemühungen wurden wieder von Böhnchens Lobgesängen und Rittmeisters anerkennenden Kommentaren begleitet.

„So Frau Bonne, nu muss er aber mit allen 4 Hufen ins Wasser“, befahl der Rittmeister streng. „Ja meinen sie wirklich, ich kann ihn dazu bringen“, quäkte es zurück, „meine Beine sind schon ganz schlapp“, worauf Rittmeister prüfend die Waden der Reiterin anfasste und meinte: „Nu Frau Bonne, so schöne Beine werden das wohl hinbekommen“. Böhnchen wendete ab, der siebente Himmel stand ihr im Antlitz und tapfer und mit aller Kraft ritt sie den vergnügten Dreami in den Teich, der sehr geneigt schien dem Wunsch seiner Reiterin nachzukommen.

Vorder-und Hinterhufe traten ins Wasser und Dreami ging weiter, Böhnchen verdutzt und fassunglos den halblangen Zügel haltend, vergaß ganz und gar, dass sie nicht mehr treiben brauchte und ritt einfach weiter. „Halt, Frau Bonne, sie müssen die Zügel nachfassen“, der Rittmeister erhob die Stimme. Mein Mann hob zeitgleich den Kopf über die Zeitung und ich merkte nicht, dass das Bettlaken zur Hälfte auf der staubigen Wiese lag. Zu sehr gefesselt war unser Blick von einem Dreami, der zuversichtlich und mit spürbarem Genuß Schritt für Schritt immer tiefer in den Ententeich ging, seine inzwischen haltlos kreischende und an den Zügeln zerrende Reiterin missachtend.

„DRRRRIIIIIIMIIIIIIIII bleibSTEEEEEEEEEHN!!!! DRIIIIIMIIIIIIIII HAAAAAAALT! HILFÄÄÄÄÄÄÄ, HILFÄÄÄÄÄÄÄ HÄRRR SCHÜRrrrrrrrrr........gurgelgurgelgurgel“ Der Rest von Böhnchens Hilfeschrei versank mit ihr und dem inzwischen aufgewachten Dreami in den Tiefen unseres Ententeiches. Dreami hatte sich kurzfristig zu einem Vollbad entschlossen und suhlte genüsslich von der linken auf die rechte Seite, während sein Frauchen haltlos schluchtzend versuchte aus dem Teich zu krabbeln. Wieder mal war es mein Mann, der als erster die Fassung verlor. Bäuchlings übers Balkongeländer hängend schüttelte er sich in Lachkrämpfen, zwischendurch nur Zugabe, Zugabe japsend.

Ich kaute tapfer auf meiner Wäscheklammer rum und beschloss der armen Bohne zur Hilfe zu eilen. Diese versuchte derweil einen Ausgang durchs Schilf zu finden, fand aber auf dieser Seite des Teiches keinen Halt im Matsch. Und was machte der Rittmeister????? Er war aufs alte Entenhaus gesunken und schlug sich vor Lachen auf die Schenkel, von Hunstenanfällen unterbrochen, doch immer wieder lachte er in tiefen, wohlklingenden Tonlagen „Hohohohohooooo Hahahahahaaaa Huhuhihohaaaaa“ und Tränen liefen hinter seiner Sonnenbrille her, während ich die vollkommen zugematschte Bohne aus dem Teich zog.

Dreami hatte derweil auch beschlossen sein Bad zu beenden und bockte mit wehenden Bügeln über die Wiese. Ein Bild voller Freude und Glück! Während ich das vor Wut und Entrüstung weinende Böhnchen in der Waschküche trockenlegte, fingen mein Mann und der Rittmeister den ungestümen Dream of Spring ein und wir konnten sie dabei deutlich Lachen hören.

Böhnchen war fassungslos. „Dieser unmögliche Mensch lacht mich auch noch aus“ schluchzte sie und ließ sich auch nicht durch meine Beteuerungen trösten, dass diese Situation alles andere als komisch gewesen sei. Im Gegenteil, höllegefährlich sei es gewesen und sie hätte tot sein können! Mit hochrotem Kopf und mit meinen viel zu großen geliehenen Kleidern brauste sie vom Hof und blieb dem immer noch glucksenden Rittmeister den Lohn schuldig. Sein Kommentar: „Das war’s mir wert, die doofe Pute Entengrütze fressen zu sehen“ Aber Herr Rittmeister!!!!!!!!!!! Ich glaube ich werde ihn etwas vermissen!

Autorin: Flunke

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