Olympische Spiele Hongkong 2008
Weltreiterverband folgt Empfehlungen der Stevens-Kommission Quelle: FN...aktuell 16.11.09
Kopenhagen/DEN (fn-press). Anlässlich der derzeit in Kopenhagen
stattfindenden Jahrestagungen hat die Internationale Vereinigung (FEI)
bislang noch nicht publizierte Inhalte des „Stevens-Reports“
veröffentlicht. Der Report befasst sich mit den Vorfällen in der
deutschen Reitermannschaft bei den Olympischen Spielen in Hongkong 2008.
„Die Veröffentlichung dieser Inhalte wurde auch höchste Zeit. Wir
drängen bei der FEI schon seit Wochen darauf, dass der gesamte
Bericht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird“, sagte Soenke
Lauterbach, Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung
(FN).
Der „Stevens-Report“ enthält unter anderem Handlungsempfehlungen an
die FEI. Diese sehen vor, dass sich das FEI-Tribunal mit dem Fall
„Cornet Obolensky“ befassen soll. Darüber hinaus soll der ehemalige
FN-Mannschaftstierarzt Dr. Björn Nolting (Weilerswist) von der Liste der
FEI-Tierärzte gestrichen werden. Eine weitere Empfehlung, der die FEI
folgen möchte, ist die „Abwahl“ des ehemaligen FN-Generalsekretärs,
Dr. Hanfried Haring (Sassenberg), als Mitglied des FEI-Bureaus. Zudem
sollen die deutschen Funktionäre, die von den Geschehnissen um „Cornet
Obolensky“ wussten, nicht mehr für ein FEI-Amt kandidieren dürfen.
Das FEI-Bureau erklärte jetzt in Kopenhagen, dass es den Empfehlungen
des „Stevens-Reports“ folgen möchte. In einem Mitteilungsschreiben der
FEI an die deutsche FN vom 16. November heißt es (ins Deutsche
übersetzt):
1. Der Fall von Marco Kutscher wird vor das FEI-Tribunal gebracht.
2. Es wird befunden, dass Dr. Björn Nolting bei der FEI nicht mehr in
gutem Ansehen steht; das Bureau fordert daher, Dr. Nolting von der Liste
der FEI-Tierärzte zu streichen.
3. Unter Anwendung der Ethischen Grundsätze der FEI unterstützt das
Bureau die Empfehlung des Ethics-Panel, was die Rolle von Dr. Hanfried
Haring als Bureau-Mitglied (in seiner Eigenschaft als Vorsitzender einer
Gruppe) angeht und fordert, dass die entsprechenden Maßnahmen getätigt
werden, um Dr. Haring aus dem Bureau zu entlassen. Das Bureau war sich
nicht einig über die Empfehlung des Ethics Panel zum Status von Dr.
Haring als internationaler Richter, weil er nicht als solcher bei den
Olympischen Spielen 2008 tätig war. Das Bureau fordert daher keine
weiteren Schritte in dieser Sache.
4. Niemand, der laut Untersuchungsbericht Kenntnis von der
unangemeldeten Behandlung hatte, kann für eine Position in der
Führungsstruktur der FEI in Frage kommen.
Zum Hintergrund: Bei den FN-Jahrestagungen im Mai in Nürnberg
informierte die Deutsche Reiterliche Vereinigung ihre Mitglieder
umfassend über die Vorkommnisse in der deutschen Mannschaft bei den
Olympischen Spielen in Hongkong. Und damit auch über die nicht
angemeldete Behandlung des Pferdes „Cornet Obolensky“ von Springreiter
Marco Kutscher. Noch in Nürnberg teilte die FN dem Weltreiterverband
alle Erkenntnisse mit, die seit den Olympischen Spielen 2008 vom
deutschen Verband gesammelt wurden. Daraufhin setzte die FEI das
sogenannte „Ethics-Panel“ ein, das die Vorfälle in der deutschen
Mannschaft untersuchen sollte. Für ihre Untersuchung beauftragte die FEI
eine externe Agentur unter dem Vorsitz von Lord Stevens. Die sogenannte
„Stevens-Kommission“ befragte alle Beteiligten und unterbreitete
der FEI Handlungsempfehlungen zum weiteren Vorgehen.
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