Positive Medikationskontrolle des Pferdes Carriere Zwei
Überscheitung des erlaubten Grenzwertes für das körpereigene Hormon Testosteron Quelle: FN...aktuell 02.03.07
Warendorf (fn-press). Im Rahmen des Internationalen Springturniers (CSI***) in
Affalterbach (19. bis 22. Oktober 2006) wurde von dem Pferd Carriere Zwei (Reiterin:
Pia-Luise Aufrecht/Affalterbach) eine Medikationskontrolle genommen. Das Ergebnis der
A-Probe ergab eine Überscheitung des erlaubten Grenzwertes für das körpereigene Hormon
Testosteron. Die von der Reiterin daraufhin veranlasste B-Probe bestätigte jetzt das
Ergebnis.
Hierzu gibt die Reiterin folgende Erklärung ab: *Zunächst war ich vom Ergebnis der
Medikationskontrolle total erschüttert. Ich konnte mir das Ergebnis auch deshalb nicht
erklären, da ich ein gewissenhaftes Stallmanagement betreibe und für alle meine Pferde
ein Stallbuch führe, in das jede Behandlung exakt eingetragen wird. Nachdem mich die
Internationale Reiterliche Vereinigung über das positive Ergebnis der
Medikationskontrolle informiert hat, habe ich umfangreiche Recherchen vorgenommen.
Diese Recherchen lassen die Vermutung aufkommen, dass die einzige Ursache für die
positive Probe ein Zusatzfuttermittel sein könnte, das meiner Stute in dem fraglichen
Zeitraum verabreicht wurde.
Mein Stalltierarzt hat mir dieses Zusatzfuttermittel, das
unter dem Namen Equine Anabolic im Handel ist, verkauft. Der Name des amerikanischen
Produktes machte mich natürlich stutzig. Meine Nachfrage, ob dieses Produkt im
Wettkampf verbotene Substanzen enthalte, wurde von meinem Stalltierarzt nachhaltig
verneint. Auch die dem Produkt beigefügte Verbraucherinformation bestätigte, dass das
Zusatzfuttermittel keine verbotenen Substanzen enthalte. Die von mir im Nachhinein
angestellten Recherchen ergaben, dass die in diesem Zusatzfuttermittel enthaltene
Substanz Gamma-Oryzanol möglicherweise die Testosteronproduktion von Carriere Zwei
soweit erhöht hat, dass sie über dem erlaubten Grenzwert lag.
Bei der Substanz
Gamma-Oryzanol handelt es sich nach dem Regelwerk der FEI um einen Medikationsverstoß
der Klasse B, also um einen minder schweren Fall. Eine andere Möglichkeit, der wir zur
Zeit nachgehen, könnte ein gynäkologisches Problem der Stute sein. Die Veterinärmedizin
kennt gynäkologische Krankheitsbilder, die zu einer erhöhten Testosteronproduktion
führen können. Eine abschließende Erklärung für die Überschreitung des
Testosteronwertes liegt zur Zeit jedoch noch nicht vor. Außerdem haben die Analysen der
A- und der B-Probe unterschiedlich hohe Überschreitungen des Grenzwertes ergeben.“
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