Der Weidezaun in voller Länge
Was Pferdehalter beachten sollten. Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen 20.04.04 | Seite 1 von 8
Jeder Pensionspferdehalter sollte es sich zur Pflicht machen, regelmäßig seine Weideflächen zu kontrollieren und schadhafte Stellen in Weidezäunen sofort zu reparieren. Eine hundertprozentig ausbruchsichere Einzäunung gibt es nicht. Gerade deshalb sollte die Einzäunung einer Weide ein Höchstmaß an Stabilität und Sicherheit angestrebt werden, wie Elmar Brügger in seinem Beitrag beschreibt.
Ein landwirtschaftlicher Betrieb, der professionell Pferdehaltung betreibt, sollte für die Tiere natürliche Weideflächen zur Verfügung stellen. Das können mehrere kleine Koppelabschnitte sein oder verschiedene große Weiden. Ein Pensions- und Zuchtpferdebetrieb, der ausreichend Weideflächen, eventuell mit einer Winterweide, zur Verfügung hat, ist von besonderer Güte. Wer nicht über Weideflächen verfügt, muss auf teure, künstlich befestigte Auslaufflächen ausweichen. Denn für die Psyche des Pferdes sind diese Fress-, Spiel- und Bewegungsflächen sehr wichtig, besonders, um den Sozialkontakt zu den Artgenossen halten zu können. Ferner wird das Wohlbefinden und die Gesundheit des Tieres durch Klimareize und die Möglichkeit, den natürlichen Bewegungsdrang ausleben zu können, gefördert.
Verletzungssichere Begrenzungen
Das Pferd ist ein Flucht- und Bewegungstier, das im Herdenverband andere Verhaltensformen aufweist als ein Einzeltier, das auf der Weide oder im Auslauf gehalten wird. Um ausreichend Futter- und Wasserstellen zu finden, legten die Pferde in der Vergangenheit große Wegstrecken zurück. Erkundungsdrang, Fellpflege und Schlafverhalten sind bei der Haltung auf der Weide zu berücksichtigen. Weidebegrenzungen müssen verletzungssicher, ausbruchssicher mit ausreichender Höhe und einem Abschreckungseffekt, sichtbar, stabil und langlebig sein, darüber hinaus umweltfreundlich und kostengünstig in Errichtung und Unterhaltung. Natürliche Hindernisse, wie kleine Gräben, Wälle, Windschutzstreifen, Böschungen, stellen für Pferde nicht unbedingt eine Begrenzung dar. Der Weidezaun wird nach folgenden Gesichtspunkten unterschieden:
- der Hütewirkung: stabiler Zaun mit mechanischer Festigkeit; Elektrozaun, Abschreckwirkung durch elektrische Impulse; Kombizaun zur mechanischen Hütewirkung mit Abschreckwirkung durch elektrische Impulse.
- dem Standort: Außenzaun, der eine Futter- und Bewegungsfläche nach außen abgrenzt; Innenzaun, der eine vom Außenzaun umgebene Futter- und Bewegungsfläche oder eine oder mehrere Teilflächen abgrenzt.
- der Standdauer: Stationärer Zaun, der einmal aufgebaut und über mehrere Jahre stehen bleibt; halbstationärer Zaun, der jährlich einmal auf- und abgebaut wird; mobiler Zaun, der mehrmals pro Jahr auf- und abgebaut wird.
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