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Mit dem Pferdevirus wurde ich sehr früh infiziert. Ich war ca. 2 Jahre alt. Meine Eltern machten einen Familienausflug mit mir und den Grosseltern in den Zoo. Meine tierliebende Familie wollten dem Kind -sprich mir- eine Freude machen und setzten mich auf ein Pony. Ich schrie wie am Spiess! Allerdings schrie ich ebenso fürchterlich, als man mich wieder vom Pony herunterpflückte. Mein Opa meinte "... und ich dachte, das Kind würde sich darüber freuen!" Dieser Satz hat mich für mein Leben geprägt. Reiten macht also Freude.
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Von da an machte es mir Freude. Viel mehr Freude als es meinen Eltern lieb war. Jede Ferien, wenn es irgendwie ging, verbrachte ich nicht wie normale Kinder bei ihren Eltern. Für mich gab es nichts Schöneres als Ferien - "Reiter"ferien! - bei meinen Grosseltern in Deutschland. Andere Kinder verbrachten die Ferien am Strand - ich auf dem Rücken der Pferde. Mein Opa war in der Gegend ein bekannter Reitlehrer und egal wohin wir auch kamen, ich bekam immer ein gutes Pferd zu reiten. Meistens erhielt ich ein Pflegepferd für die ganze Ferienzeit. Die schönste Zeit war für mich, als wir jedes Jahr vom Schimmelhof, einem damaligen Trakehnergestüt in der Gegend, je einen Pflegling bekamen. Wir waren ein tolles Team, mein Grossvater und ich. Ich war sehr stolz darauf. Ich kannte jedes Pferd mit Namen Constanze, Pegasus, Fernande ... auch, wenn ich sie lange Zeit nicht mehr gesehen hatte. Ich liebte die Pferde und die Pferde liebten mich. Jeden Tag sind wir früh aufgestanden. Wir ritten aus oder ich bekam von meinem Grossvater eine Einzeldressurstunde oder abends in der Gruppe Quadrillenreitstunde. Die Marschmusik gehörte damals für mich einfach zum Pferd, heute kann man mich damit verjagen!
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So lieb mein Grossvater auch gegenüber mir war, waren wir mit den Pferden zusammen, war er sehr streng zu mir. Da flossen dem zartbeseelten Kinde doch manchmal ein paar Tränchen herunter. Ich hielt tapfer durch und gehorchte. Ich wollte genauso werden wie mein Grossvater. Ich wollte genau so gut Bescheid wissen und ich wollte unbedingt genau so gut reiten können wie er. Früher war mein Grossvater bei der Kavallerie und hat Remonten und junge Reiter ausgebildet. Er war unglaublich feinfühlig mit den Pferden und die wildesten oder schwierigsten Pferde verwandelten sich innerhalb von Minuten zu braven folgsamen Reitpferden.
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Er hatte einfach ein Flair und das Talent für Pferde. Nicht nur ich bewunderte ihn für diese Begabung! Mein Grossvater hatte auch ein Flair für das Erklären, weshalb man dies oder jenes so machen sollte und es wirkte. So konnte ich sehr viel von ihm lernen. Vormittags Praxis im Gelände oder auf dem Viereck und nachmittags oft noch Theorie mit einem hölzernen Brett als Viereck, detailgetreu in Kleinformat mit aufgezeichneten Figuren und Holzpferdchen und vielen Büchern.
Ja mein Grossvater und ich, das war eine besondere Liebe und eine wunderbare Zeit, die ich niemals missen möchte.
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Die ersten echten Meinungs- verschiedenheiten hatte ich mit ihm, wenn mir ein Pferd besonders gefiel und es sich meistens um Hengste handelte. Mein Grossvater diagnostizierte dazumal schon einen "Hengsttick" bei mir. Aber dafür konnte ich nichts, denn mir gefielen einfach die volleren ausdrucksstarken Gesichter dieser Hengste, die wunderschöne Muskulatur, die stärkere Behalsung und die Ausstrahlung. Meine Liebe zu den Barockpferden war entdeckt, als ich als Jugendliche in Offenburg die EuroCheval besuchen durfte. Mein Grossvater fand die edlen Reitpferde schön und ich hatte nur noch Augen für "Exoten" wie Andalusier (PRE), Lippizaner und natürlich die Friesenpferde!
Diese schwarzen wunderbaren Pferde gingen mir nicht mehr aus dem Sinn, denn genau ein solches habe ich immer in meinem Traum gesehen. Allerdings war es im Traum ein Schimmel, aber genau eine solche Statur sollte es haben, sanftmütig sein, ehrliche Augen haben, vor Kraft strotzen, eine wehende lange Mähne haben, starke Beine mit breiter Brust und hohem Halsansatz, gesundes Temperament zeigen und mit dem kleinsten Fingerwink zum sanftmütigsten Wesen werden, das es gibt.
Der Traum vom Schimmel dauerte viele Jahre lang. Aber Friesen sind nun mal schwarz, so musste ich 10 Jahre sparen bis ich mir so eine schwarze Perle, ein solches "Wunderpferd", 1990 kaufen konnte. Endlich ich konnte mir meinen Kinder- und Jugendtraum erfüllen. Natürlich war es ein Hengst mit wehender langer Mähne, ehrlichen Augen und grosser Sanftmütigkeit. Noch heute ist dieses Pferd, Leo út de Polder, 18 Jahre alt, in meinem Stall und macht mir jeden Tag eine grosse Freude. Es gibt nichts auf dieser Welt, der diese gemeinsame Liebe brechen könnte. Nicht einmal der Tod...
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In den Jahren mit Leo und meinem Friesenfimmel bin ich zu einem
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richtigen "Friesenarchiv" mutiert. Ich habe unendlich viele Materialien, wie Fachartikel, vom Zeitungsschnippel bis zu den Zuchtbüchern und Video gesammelt. Immer wieder tauchen Fragen von interessierten Leuten auf und ich weiss genau, ich habe ein Foto oder Info von dem Pferd und schon verschwinde ich in meinem Archiv, bis ich es gefunden habe. Auch verfasse ich hin und wieder für diverse Pferdezeitschriften Fachartikel, um mein grosses Ziel "die Transparenz in der Friesenzucht" zu verwirklichen. Jeder hat ein Recht auf Information. Für Stammbuchforschungen verlange ich auch kein Geld, ich sehe es als einen Dienst an für ebenfalls interessierte Friesenleute und deren liebsten Vierbeinern.
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Surft man im Welt-Weiten-Wahnsinn, dem Internet, kommt man nicht um die Friesenlovecoach herum. Eigentlich sollte das mal ganz was anderes werden, aber manchmal kommt es anders und zweitens als mal denkt. Und immer, wenn etwas "Wichtiges" auftaucht, veröffentliche ich es, damit Jedermann/frau nachlesen kann, dern/die es interessiert. Rund 400 echte Besucher pro Tag sind nicht schlecht. Unglaublich, aus wie vielen Ländern die Besucher herstammen. Manchmal sogar von Inseln, wo ich zuerst im Atlas schauen muss, wo die überhaupt liegen. Die Besuchszeiten sind im
Durchschnitt noch recht lange, mehrere Minuten. Die Statistik fasziniert mich jeden Tag aufs neue und gehört für mich zum Tagesgeschäft wie andere eben Zeitung lesen.
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Nicht verzagen - Petra fragen?
Wenn auch Sie eine friesische Frage haben, kein Problem, ich beantworte jede anständige eMail, Spam wird jedoch gelöscht.
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Am Schluss möchte ich mich noch bei meinem Partner Bernhard bedanken, für die viele Geduld, die er für mich aufbringen muss, wenn ich wieder für Stunden in meiner Friseritis schwelge.
Sie denken jetzt ich bin eine Hausfrau? Schön wäre es, nein, ich habe noch "nebenbei" einen 100%-Job (angestellt), Haus, Garten, Tiere, mir wird bestimmt niemals langweilig
Friesische Grüsse und viel Glück in Haus und Hof wünscht Euch
Petra S. von Känel aus der Schweiz
www.friesenlovecoach.ch
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