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Wahrscheinlich war es ganz gut, dass ich nichts von den Problemen ahnte, die auf mich zukamen. Wenn ich vorher gewusst hätte, dass ich mir - unter anderem - Ängste, Schweiß, Tränen und Verzweiflung einhandeln würde, hätte ich mich vermutlich nie auf das 'Abenteuer Pferd' eingelassen. Und was wäre mir alles entgangen!
Dass ich überhaupt die Erlaubnis zum Reiten bekam, verdankte ich den Zähnen meines Vaters. Besser gesagt, der Tatsache, dass er zu dem Zeitpunkt, als die entscheidende Frage gestellt wurde, Zahnschmerzen hatte. Eigentlich war 'der Alte', wie er an Bord seines Frachters - er war Kapitän -
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und oft auch von uns Geschwistern genannt wurde, strikt gegen einen so elitären Sport wie das Reiten.
"Ich bin doch kein Millionär", knurrte er entrüstet, als ich in seinem Urlaub die Sprache darauf brachte. "Spiel gefälligst Handball wie deine Brüder, das ist billiger." Handball spielte ich aber schon, das war keine Alternative. Ein Ball ist kein Pferd. "Nichts darf ich, nicht mal ´nen Hund erlaubt ihr mir!" heulte ich. Dabei wusste ich doch ganz genau, dass ich mit Tränen und Wutausbrüchen nichts erreichen würde. Richtig. "Nimm dich gefälligst zusammen, du bist keine sechs mehr", schnauzte er mich an.
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Mit sechs ungefähr hatte ich angefangen meine weihnachtlichen Wunschzettel mit 'Hund oder Katze oder Vogel' zu eröffnen. Daraus geworden war nie etwas. Tiere hatten in unserer mit Kindern vollgestopften Wohnung nichts zu suchen. Jedenfalls nicht nach Meinung unserer Eltern. Inzwischen waren aber zehn Jahre vergangen und die Verhältnisse hatten sich grundlegend geändert. Von uns sieben war nur noch ich, das Küken - auch Nesthaken genannt - ständig im inzwischen eigenen Haus.
Einen Hund durfte ich trotzdem nicht haben. Und nun wollte mir der Alte noch nicht einmal das Reiten erlauben. Kein Wunder, dass ich heulte. Meiner Mutter tat ich in meiner verhinderten Tierliebe wohl Leid. Vielleicht wollte sie mich aber auch
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