|
So weit war alles gut. Was nicht so gut war, war das Wetter. Es regnete in Strömen und hörte überhaupt nicht mehr auf. Ein Teil der Wiese versank im Matsch, natürlich genau das Stück, durch das ich bei jeder Fütterung hindurch musste. Das war aber noch nicht das Schlimmste. Nach dem Regen kam der Frost, es wurde schneidend kalt, aus dem Matsch wurde eine beinharte Buckelpiste. Und dann gab auch noch die Pumpe ihren Geist auf!
Das war mir in den vorangegangenen Jahren in unserem Stammquartier noch nie passiert. Es war mein Glück, dass der Graben am unteren Ende der Weide dank des Regens mehr als gut gefüllt war. Ich hackte ein Loch in die Eisdecke und schleppte das Wasser in Eimern zum Stall hoch. Das war zwar
|
 |
mühsam, aber es funktionierte. Jedenfalls so lange, bis mir an einem Eimer der Henkel abriss und die ganze Brühe in meine Stiefel schwappte.
So geflucht wie damals habe ich nur selten in meinem Leben. Wäre nicht gerade tiefster Winter gewesen, hätte vermutlich das halbe Dorf meinen Wutausbruch mitgekriegt. Mit klitschnassen Socken, an denen sich schon kleine Eiszapfen bildeten, stapfte ich nach Hause. Und wer war schuld an meinem Pech? Natürlich die Rösser!
Die sind sowieso an allem schuld!
|
 |
|