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"Was hältst du davon, wenn wir Lindy decken lassen?" Die Frage kam so unerwartet, dass ich vor Verblüffung fast meinen Kaffeebecher fallen ließ. Ungläubig starrte ich auf die Rückenlehne des Sessels, über dem sich eine kleine Rauchfahne zur Decke zog. Mein Vater, der mit seiner gewohnten Zigarre vor meinem Fernseher saß und gemütlich vor sich hin paffte, hatte bei seiner Frage nicht einmal den Kopf gedreht. Vielleicht genierte er sich, denn es war nur wenige Jahre her, dass ich in seinem Beisein das Wort 'Pferd' kaum aussprechen durfte.
 Wie oft hatte ich mir anhören müssen, dass meine Reiterei 'nicht
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von allgemeinem Interesse' sei. Für mein erstes Pferd, Winnie, hatte er sich denn auch nie interessiert. Aber kaum war ihre Tochter Lindy geboren, wurde alles anders. Sein vierbeiniges 'Enkelkind' krempelte den alten Seebären völlig um. Ihr gelang spielend, worum ich mich Jahre lange vergeblich bemüht hatte. Mein ablehnender Erzeuger wurde zum erklärten Pferdefreund. Und jetzt, mit über siebzig, wollte er anscheinend die Zeit noch einmal zurückdrehen.
"Ich zahl auch die Kosten", kam seine bemüht gleichgültige Stimme aus dem Sessel. Offenbar war ihm seine eigene Idee etwas peinlich, denn auch sein Gedächtnis funktionierte noch tadellos. "Du meinst, du willst das Deckgeld bezahlen?" vergewisserte ich mich. "Na ja, und was sonst noch so anfällt. Du hast
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ja bestimmt auch noch andere Ausgaben, und ein bisschen zum Futter will ich gerne beisteuern", erweiterte er sein Angebot. "Meinst du, dass du einen Hengst findest, der zu ihr passt?"
 Über diese Frage brauchte ich nicht einmal nachzudenken. Einen Schwiegersohn hatte ich mir längst ausgesucht, obwohl ich nie so recht daran geglaubt hatte, dass Lindy einmal Mutter werden könnte. Das hatte mich aber nicht daran gehindert, zusammen mit Ute alle Pferdezeitungen nach Fotos und Anzeigen von passenden Deckhengsten zu durchsuchen. Dabei waren wir prompt fündig geworden.
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