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  TOVERO-MAGAZIN Ausgabe 2010-02 AUSGABE
2010-02


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Christa Schütt: Die Pferde sind an allem schuld - Damals war alles anders - Teil 2
// Christa Schütt

Westernreiten war damals in Deutschland so gut wie gar nicht bekannt.
Meinem ersten Isländer begegnete ich während eines Reiterurlaubs. Er war ein nettes, durchschnittliches Pony und machte überhaupt keinen Eindruck auf mich. Als ich ihn tölten sah, hatte ich das Gefühl, da müsste etwas mit den Beinen nicht in Ordnung sein. Das Kuriose dabei ist, dass ich damals eine Traberstute ritt, die manchmal 'so einen komischen Schritt' ging.

Heute weiß ich, dass meine vielgeliebte Arnika gelegentlich eine Art 'Schweinepass' ging, also einen nicht taktklaren Tölt. Mit der Offenstallhaltung, die zusammen mit den Islandpferden bei uns Einzug hielt, war es ähnlich. Kaum jemand kannte auch nur den Begriff.

Pferde gehörten in einen festen Stall mit möglichst kleinen Fenstern - wegen der Zugluft! - und stabilen Wänden oder Gittern, damit sie sich nicht streiten konnten.
Dass Pferde Herdentiere sind, wusste man zwar auch schon damals, aber kaum jemand zog die Konsequenz aus diesem Wissen.

In den Reitschulen wurden die meisten Pferde sogar noch in Ständern angebunden. Das war die billigste und platzsparendste Unterbringung. Freier Auslauf? Paddock? Weidegang? - Wozu? Die drei Stuten unseres Reitlehrers, Perle, Arnika und Ina hatten es vergleichsweise gut.

Sie standen zwar auch in Ständern, aber im Sommer brachten wir sie abends auf die Weide, und erst vor dem Unterricht am nächsten Nachmittag wurden sie wieder hereingeholt. Wer Zeit hatte, half nur zu gerne dabei. Entweder wurde geritten oder wir nahmen die Pferde ans Fahrrad und ließen sie mitlaufen.

Erlaubt war das sicher nicht, aber darüber machten wir uns keine Gedanken. Das einzige Hindernis auf der Strecke, eine Bahnschranke, war meistens offen, und wenn sie einmal geschlossen war, hielten wir in entsprechendem Abstand und warteten, bis der Zug vorbeigerattert war.

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