|
Über 150 Pferde in einer ruhigen Herde - überall mahlende Zähne, zartes Schnauben und das Geräusch, wenn Schweifhaare Fliegen verjagen: Stuten, Fohlen und Wallache, ganze Generationen friedlich mit- und nebeneinander ohne Aggression und Unleidlichkeiten.
Ab und zu hebt sich ein Kopf, eine kleine Nase stupst neugierig an meiner Kamera - dazwischen Susanne Hoffmann inmitten ihrer Nachzucht auf dem Lindenhof im idyllischen Hunsrück gelegen. Ein besonderes Fleckchen Erde mit viel Idealismus für eine Pferderasse, die es offiziell noch gar nicht so lange gibt...
|
 |
Werdegang eines Lewitzer-Gestüts: Ende März 2001 wurde auf dem Gestüt in Mörsdorf die IG Lewitzer West gegründet. Es war ein langer Weg bis zu diesem Zwischenziel, das nur einen Meilenstein in der Geschichte der Lewitzer Schecken markiert.
Die Hunsrücker Erzählung beginnt im Jahre 1986 mit dem Kauf der ehemaligen Pension und Gaststätte in der Kastellauner Straße. Die Familie Hoffmann begab sich auf die Suche nach bunten Hengsten und klapperte Verbände in den alten Bundesländern ab. Erst der Kontakt zu Verwandten in der ehemaligen DDR sollte sie fündig
|
 |
werden lassen und mit der Grenzöffnung im Jahre 1989 wurde auch der Weg zu den tobianogescheckten Kleinpferden geebnet.
Der erste Lewitzer Hengst war ein Porzellanschecke. "Pedro" verlor im Alter von fünf Jahren nahezu seinen dunklen Farbanteil und strahlte fortan als Schimmelschecke. In der Decksaison 1991 wurden ihm drei Stuten zugeführt, die jeweils Fohlen mit sehr ruhigem und menschenbezogenem Charakter zur Welt brachten.
Das Folgejahr brachte dem Deckhengst anschließend 14 Stuten, die ebenfalls Nachwuchs mit einwandfreiem Wesen gebaren. Was zu anfangs als Zufall gewertet werden sollte, stellte sich als klar definierter Wesenszug der Lewitzer heraus.
|