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  TOVERO-MAGAZIN Ausgabe 2009-06 AUSGABE
2009-06


INHALT

Seite 1 von 2
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Christa Schütt: Wenn Pferde das Gebiss fürchten
// Christa Schütt

Vertrauensvoll schaut Lamare zu, wie die Trense zurechtgelegt wird.
Vor einiger Zeit sah ich im Fernsehen eine Sendung, in der ein bekannter Sänger, Reiter und Buchautor die Behauptung aufstellte, Pferde würden das Gebiss fürchten und müssten daher grundsätzlich ohne geritten werden.

Er 'bewies' diese These, indem er mit erhobenen Händen, in denen er ein Kopfstück mit Westernstange hielt, direkt von vorne auf das Pferd zuging, das ihm prompt auswich. Bei einer derartigen Annäherung hätten wohl die meisten Pferde den Rückzug angetreten - ohne Rücksicht auf das, was der Mensch da in seinen Händen vor sich her trug.

Das hat etwas

mit natürlichen Reaktionen zu tun, aber nichts mit dem Gebiss als solchem.
Ein von vorn auf das Pferd zugehender Mensch treibt durch seine Haltung einen normal reagierenden Vierbeiner auf jeden Fall zurück.

Lamare bettelt darum, das Gebissstück aufnehmen zu können.
Natürlich gibt es Pferde, die lieber ohne Gebiss im Maul geritten werden (ich hatte selber viele Jahre eine Fjordstute, die am liebsten und ganz hervorragend mit einer Hackamore ging), aber es gibt mindestens ebenso viele, die überhaupt keine Abneigung dagegen haben. Und es gibt sogar solche, die es lieben, wenn man ihnen

etwas ins Maul schiebt.

Unsere Reitpferde gehören zu dieser letzten Sorte, und sie zeigen es uns immer wieder. Allerdings lieben nicht alle Pferde das gleiche. Zumindest unsere machen ganz klare 'Aussagen' darüber, was sie im Maul haben wollen. 'Falsche' Gebisse lehnen sie ab, ihre bevorzugten dagegen können sie gar nicht schnell genug aufnehmen.

Isländer Flakki machte das Maul auf, sobald sein Pelham vor seiner Nase baumelte.
Haflinger Kyra angelt so gierig nach ihrer Trense, dass sie häufig erst einmal das Backenstück erwischt, weil sie die Zeit nicht abwarten kann.

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