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Wissen Sie, wie Pferde sprechen? Dumme Frage, nicht wahr? Sie wiehern natürlich, das weiß doch jedes Kind. Stimmt - und stimmt auch wieder nicht. Pferde haben, wie alle in einem sozialen Verband lebenden Tiere, eine breite Palette an Ausdrucksmöglichkeiten. Dass Wiehern steht dabei keineswegs an erster Stelle.
Ich beobachte meine Herde, deren Zusammensetzung von Zeit zu Zeit wechselt, nun schon seit über dreißig Jahren. Klar, die Pferde haben in dieser Zeit auch öfter mal gewiehert - aber weniger, um sich miteinander zu verständigen, sondern vielmehr um mich zur Eile anzutreiben: Wo zum Teufel bleibt unser Futter?! Mach endlich das Tor
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zur Weide auf!
 Für die Verständigung innerhalb der Herde braucht es keine lauten Stimmen. Man steht ja ohnehin ziemlich nahe beieinander. Nur wenn ein Mitglied die Gruppe verlässt (z. B. geritten wird), wird es gelegentlich mit einem Wiehern verabschiedet oder beim Zurückkommen begrüßt.
 Und natürlich rufen Fohlenmütter nach ihren Kindern, schreien die Kleinen nach der Mama, wenn sie außer Sicht geraten ist. Den erwachsenen Pferden genügen Ohren, Augen, Maul und Körpersprache zur Verständigung. Mit ihnen und durch sie wird
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alles gesagt, gefragt und beantwortet.
Sie verraten, wie es um die Stimmung des Einzelnen bestellt ist, ob jemand in Ruhe gelassen werden will oder zum Spielen und Raufen aufgelegt ist. Letzteres wird mitunter von Geräuschen begleitet, die vom Wiehern so weit entfernt sind, wie Kinderkreischen von Gesang.
 Da wird gegrunzt und gequiekt, dass man sich unwillkürlich nach entlaufenen Schweinen umsieht. Der normale Umgangston ist ganz anders. Er reicht von zärtlichem Brummeln über sanftes Blubbern bis zum ärgerlichen Schnauben. Der größte Teil der Kommunikation aber findet ohne Laute statt.
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