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Jetzt stehe ich hier. Auf einer matschigen Koppel, vor mir eine Araberwallach. Riesengroß wirkt er - dabei sind 150 Zentimeter Stockmaß doch völlig im Rahmen, oder? Vor gut zehn Jahren, mit 14, wäre so etwas noch normal gewesen. Doch irgendwie… Ja, irgendwie fühle ich mich seltsam. Nicht unwohl - aber so, als würde man aus einem langen Traum erwachen.
Dabei war ich als Jugendliche das typische Vorzeige-Pferdemädchen: Habe fast alle Pferde in der Warendorfer Bauernschaft geputzt und ausgemistet, mich im Dressurunterricht des Reitvereins gelangweilt und auf die Ausritte mit meinem Pflegepferd gefreut. Wenn ich mal nicht im Stall
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oder in der Schule war, habe ich Kurzgeschichten geschrieben - hauptsächlich über Pferde.
Party, Jungs und Schminke waren mir ziemlich egal, das Geld habe ich lieber gespart, um mir irgendwann den Traum vom eigenen Pferd zu erfüllen. Nach langem hin und her war es dann endlich soweit: Ich hielt den unterschriebenen Kaufvertrag für mein erstes eigenes Pferd, den wahrlich dickköpfigen Haflinger Sveni, in der Hand. Endlich! Reiten, wann immer ich wollte, Vertrauen aufbauen, mit dem Pferd durch die Wälder streifen - ein Traum.
 Ein Traum, der schnell zerplatze: Nach
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eine Motorradunfall durfte ich nicht mehr reiten, vermachte meine Pferdesachen meiner kleinen Schwester und verkaufte Sveni an ein Mädchen vom Nachbarhof. Jahrelang verschwendete ich keinen Gedanken an Pferde - andere Sachen wurden wichtiger: Das Abitur, der Umzug nach München, mein Biologiestudium, die Selbstständigkeit als Herausgeber eines Haustiermagazins.
Doch plötzlich drängten sie sich wieder in mein Bewusstsein. Ganz pferdeuntypisch, mit leisen Schritten und unauffällig. Plötzlich war es einfach wieder da: Die Erinnerungen an Ausritte in der Abenddämmerung, das Rascheln von Heu, den Geruch von Pferdemist, das Gewicht der Schubkarre.
Aber Reiten ist doch ein teurer
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