|
"Ach, wenn ich den mal nicht mehr reiten kann, dann kommt er eben weg." Es dauert eine Weile, ehe sich diese Worte einer Reitkollegin in den richtigen Winkel meines Hirns sortiert haben. Meine Reaktion: Verwirrung. "Wieso denn?" Nun Verwirrung auf der anderen Seite. "Ja - was soll man denn mit einem Pferd, das man nicht mehr reiten kann?"
"Wie lange hast du ihn jetzt schon? 15 bis 20 Jahre? So lange hast du alles mit ihm machen können und jetzt willst du ihm die paar Jahre, die er noch hat, keine Rente gönnen?" "Ja, schon - aber was das kostet!" Ich rolle nur mit den Augen und beschließe, das Gespräch zu beenden. Es ist mir
|
 |
unbegreiflich, wie Menschen so denken können. Am liebsten hätte ich noch gesagt:
"Also, wenn du mal nicht mehr arbeiten kannst, darf ich dir dann auch einen Bolzen zwischen die Augen schießen?" Aber das wäre ein wenig zu krass - oder? Es ist jedoch geradezu erschreckend, wie viele Pferde im Alter ohne ersichtlichen Grund abgeschoben werden. Sie werden ihren Besitzern einfach "lästig", gelten als "unnütz".

Seit wann ist ein Pferd nützlich? Mein Pferd musste sein Leben lang nie für
|
 |
seinen Unterhalt arbeiten und hat mich immer nur Geld gekostet und keines gebracht - kann man da dann überhaupt von Nutzen sprechen? Was kann und was soll man mit alten Pferden denn nun machen?
 Viele denken, dass sie ihren Pferden einen Gefallen tun, wenn sie sie im Ruhestand einfach auf eine Weide oder einen Gnadenhof stellen. Meist ist es jedoch genau das, was die Pferde noch schneller altern lässt als ohnehin. Alte Pferde sind weder nutzlos noch lästig, im Gegenteil. Man muß nur wissen, wofür sie besonders geeignet sind, dann kann man noch viele Jahre Freude an ihnen haben.
|