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  TOVERO-MAGAZIN Ausgabe 2008-01 AUSGABE
2008-01


INHALT

Seite 7 von 7
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So ein Zirkus! - Teil 2 - Höher, schneller, Applaus
// Karin Tillisch

Pferde noch Pferd sein dürfen und Reiter auch Menschen sind. Menschen und Pferde machen Fehler. Eine pferdegerechte Show erkennen Sie daran, dass nicht immer alles auf Knopfdruck funktioniert und dass das Pferd zwischendurch auch nach Bedarf gelobt und beruhigt wird.

Applaudieren Sie also nicht bei jedem noch so spektakulären Steigen oder Stoppen, sondern würdigen Sie lieber jene Lektionen, die ein Pferd nur aus der Ruhe und dem Vertrauen heraus macht. Und dies sind alle Lektionen, die in Ruhe und langsam ausgeführt werden. Vor- und Hinterhandwendungen, Traversalen, Pirouetten sowie alle Zirkuslektionen, die "In die Tiefe" gehen, wie Kompliment, Knien, Liegen und Sitzen.



Ich habe es oft gerade bei so genannten Barockvorführungen gesehen, dass die Pferde dort derart heiß liefen, dass am Schluss das Kompliment vor dem Publikum nicht mehr klappte. Natürlich kann man auch eine fetzige Nummer gut reiten, ich kenne viele Stunttrupps, deren Pferde in der Arena volles Rohr rennen und, kaum aus dem Ring heraus, wieder vor sich hindösen und vollkommen cool sind. Aufgerissene Mäuler, hektisch blickende Augen und weggedrückte Rücken jedoch sind bei keiner schnellen Vorführung Zeichen von Harmonie zwischen Pferd und Reiter. Solche Vorführungen, die nur auf Action abzielen, sollte man nicht gerade durch Applaus belohnen.

Also, werden Sie mit Ihrem Applaus auch etwas kritischer. Schauen Sie sich nicht nur die Kostüme an und lassen Sie sich nicht von der Rasanz einer Vorführung hinreißen. Sehen Sie sich die Pferde genau an. Eine gute Vorführung macht nicht nur Ihnen Spaß - sondern auch dem Pferd, das sie vorführt! Und dies sollte meiner Meinung nach mehr gelten als alle Effekte und alle Rasanz zusammen.

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