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  TOVERO-MAGAZIN Ausgabe 2006-04 AUSGABE
2006-04


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Schnabel auf! - Über Sinn und Unsinn von Gebisswissenschaften
// Karin Tillisch

Es geht auch ohne, wenn das Vertrauen stimmt.
Als ich 1999 das erste mal in den USA in eine so genannte "Tack Show" ging, dachte ich, versehentlich in einer mittelalterlichen Folter- kammer gelandet zu sein, als ich die Gebissabteilung betrat.

Dort sah ich Mundstücke, welche mich an Fahrradkettem erinnerten, Drähte, die man unter Strom setzen konnte, unterarmlange Kandarenanzüge - und noch allerlei Kurioses, dessen genauer Sinn und Zweck mir wohl ewig verschlossen bleiben wird.

Bisher dachte ich immer, so etwas gäbe es nur im Land der begrenzten Unmöglichkeiten - bis

ich auf der Suche nach dem passendem Gebiss für mein eigenes Pferd auch durch Deutschlands Pferdegeschäfte und über die Messen zog und mich auch in verschiedenen Ställen umsah, mit was da alles geritten wurde. Zu 90% packte mich als überzeugten pferdeliebenden Feld-, Wiesen- und Showhoppler das blanke Grauen.

Wer erfindet solche Folterinstrumente - und warum sind viele Leute der Ansicht, man könne ein Pferd nur mit einem scharfen Gebiss unter Kontrolle halten oder überhaupt reiten? Weshalb weniger oft mehr ist, will ich in diesem Artikel erläutern.

Das Wesen des Pferdes
Pferde sind Fluchttiere. Das heißt auch, dass sie vor Schmerz versuchen wegzurennen! Auch vor dem Schmerz, den ein falsches Gebiss in falscher Hand erzeugen kann. Viele Reiter glauben dann, das Pferd durch ein noch schärferes oder noch stärkeres Ziehen wieder zur Raison zu bringen. In den meisten Fällen ist genau das Gegenteil der Fall, diese Reiter trainieren ihr Pferd nämlich mit immer noch schärferen Gebissen und Methoden regelrecht zum Durchgehen.

Auch dieses Verhalten der Pferde lässt sich mit ein wenig Querdenken aus deren Natur und Verhalten ableiten. Wer schon einmal von einem Hund gebissen wurde, der

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