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Bald beginnt sie wieder - die Weidesaison - und wie jedes Jahr zittert der besorgte Pferdebesitzer, dass sein Pferd die Zeit des Anweidens ohne Durchfall, Kolik oder Hufrehe übersteht. Die Pferde wittern, dass es nach der langen Stall- und Paddockzeit endlich wieder auf die Weide gehen soll und sind entsprechend gierig auf jeden Grashalm. Das zuviel frisches Gras unter Umständen schädlich für sie sein kann, wissen sie nicht. Also wird das erst Gras quasi inhaliert und man stößt auf völliges Unverständnis, wenn man nach kurzer Zeit wieder in graslose Gefielde gebracht werden soll.

Was also muß beim vorsichtigen Anweiden beachtet werden? Wie groß dürfen die Portionen sein? Ein Pferd, das auch im Winter die Möglichkeit des Weidegangs hat, ist weniger empfindlich, da sich die Darmflora nicht komplett umstellen muß. Zum Verdauen des Grüns benötigt das Pferd spezielle Darmbakterien - diese sind bei alleiniger Fütterung von Heu, Stroh und Kraftfutter im Winter nur in geringen Maßen vorhanden. Daher sollte die Futterumstellung langsam vor sich gehen, so dass diese Bakterien sich wieder vermehren können.

Wie also vorgehen? Ende April können Sie anfangen Ihr Pferd über kurze Zeitabschnitte an der Hand grasen zu lassen. 15 bis 20 Minuten sind genug. Kontinuität ist hierbei wichtig, soll heißen bitte mehrere Tage hintereinander und nicht einen Tag ja und den anderen nicht. Nach einigen Tagen können Sie die Graszeit allmählich erhöhen: erst eine halbe Stunde, später eine Stunde.

Dei Fresszeit wird dann in den folgenden Tagen allmählich auf acht bis zwölf Stunden erhöht. Dafür eignet sich am besten ein speziell abgesteckte Anweidefläche - so kann man in diesem Zeitraum schon einmal diverse Stalltätigkeiten ausführen und muß nicht daneben stehen. Aber lassen Sie das Halfter besser drauf - Pferde lassen sich nur ungern vom frischen Gras trennen. Ein Treibweg von der Anweidefläche bis zum Paddock oder Stall ist ideal.

Wenn Ihre Weidefläche zu weit vom Stall entfernt sind, füttern Sie mit der Sense geschnittenes Gras. Achten Sie darauf, dass es frisch ist (nicht älter als 24 h) und kühl gelagert wird. Dreimal täglich zufüttern. Das Kraftfutter sollte reduziert werden, um nicht zu eiweißreich zu füttern. Vorsicht beim Grasen lassen am Randstreifen - dieses Gras ist häufig durch Abgase und Pestizide belastet.

Rauhfutter hilft Koliken zu vermeiden. Füttern Sie bevor das Pferd aufs Gras kommt eine ordentliche Portion Heu oder Stroh als Grundlage. Die Rohfaser beschäftigt den Darm - im Frühjahrsgras ist davon wenig enthalten. Nach kalten Nächten sollte man bei rehegefährdeten Pferden besonders vorsichtig sein - die Kälte hindert das Gras am Wachsen und es lagert Fruktan-Reserven an. Ebenso ist kurzes Gras zu meiden, da es besonders eiweißreich ist und fett macht. Das Gras sollte eine Mindestlänge von 15 cm haben, bevor das Pferd es abweiden kann.

14 Tage sollte man sich schon Zeit nehmen, bevor man die Pferd endgültig auf die Weide entläßt. Der Mehraufwand zahlt sich aus - denn ein krankes Pferd benötigt sicherlich noch mehr Pflegeaufwand, ganz zu schweigen von den anfallenden Kosten.



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